Symptomlinderung beim Reizdarmsyndrom: Mittelmeerdiät könnte eine Alternative zur FODMAP-armen Ernährung sein4. Juni 2025 Foto: © SewcreamStudio/stock.adobe.com Ergebnisse einer Pilotstudie aus den USA bestätigen, dass bei Menschen mit Reizdarmsyndrom eine Ernährung nach mediterranem Vorbild die Symptome lindern kann, unter denen sie leiden. Die Arbeitsgruppe von der Michigan Medicine in Ann Arbor (USA) hatte die Probanden in ihrer Untersuchung nach Randomisierung in zwei Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe wurde nach mediterranem Vorbild ernährt – also mit einem hohen Anteil von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fisch und Olivenöl –, während die andere Gruppe Mahlzeiten erhielt, die sich durch einen geringen Anteil an fermentierbaren Oligo-, Di-, Mono-Sacchariden und Polyolen (FODMAP) auszeichnete. In der Gruppe mit mediterraner Ernährung erreichten 73 Prozent der Patienten den primären Endpunkt der Symptomverbesserung, in der Gruppe mit FODMAP-armer Ernährung waren es 81,8 Prozent. Frühere Untersuchungen von Wissenschaftlern der Michigan Medicine zu leichter als die klassische FODMAP-arme Diät einzuhaltenden alternativen Ernährungsweisen hatten zu dem Vorschlag „FODMAP simple“ geführt: Dabei werden nur die FODMAP-Lebensmittelgruppen eingeschränkt, die am wahrscheinlichsten Symptome verursachen. FODMAP-arme Ernährungsweise scheitert nicht selten an Adhärenz „Restriktive Diäten wie eine FODMAP-arme Ernährung können für Patienten schwierig umzusetzen sein“, betont Prashant Singh, Gastroenterologe an der Michigan Medicine und Hauptautor der neuen Studie. „Neben den Kosten und dem Zeitaufwand bestehen Bedenken hinsichtlich Nährstoffmangel und Ess-Störungen bei einer FODMAP-armen Ernährung. Die Mittelmeerdiät interessierte uns als Alternative, die keine Eliminationsdiät darstellt und einige dieser Einschränkungen einer FODMAP-armen Ernährung überwindet.“ Während die Vorteile der sogenannten Mittelmeerdiät für die kardiovaskuläre, kognitive und allgemeine Gesundheit bekannt sind, hatten ältere Untersuchung zu ihrem Einfluss auf Patienten mit Reizdarmsyndrom bisher keine eindeutigen Ergebnisse erbracht. In der Pilotstudie, deren Ergebnisse nun veröffentlicht wurden, ernährten sich die beiden Patientengruppen vier Wochen lang entweder nach der mediterranen Diät oder erhielten die restriktive FODMAP-arme Kost. Primärer Endpunkt war eine Reduktion abdominaler Schmerzen nach den vier Wochen um 30 Prozent. Alle in die Studie einbezogenen Patienten litten entweder an einem Reizdarmsyndrom mit überwiegend Durchfall oder einem mit gemischten Symptomen (Obstipation oder Durchfall). Bei der Untersuchung handele es sich um die erste randomisierte kontrollierte Studie, in der die Mittelmeerdiät mit einer anderen potenziellen Ernährungsweise verglichen wurde, heißt es in einer Mitteilung der Michigan Medicine. In älteren Arbeiten sei die sogenannte Mittelmeerdiät entweder mit der typischen Ernährung der jeweils teilnehmenden Probanden verglichen worden oder es habe sich nicht um randomisierte kontrollierte Studien gehandelt. Ergebnisse rechtfertigen größere kontrollierte Untersuchung in der Zukunft Obwohl die Ernährung nach mediterranem Vorbild tatsächlich zu einer Linderung der Symptome führte, zeigte die Gruppe, die sich FODMAP-arm ernährte, eine stärkere Verbesserung. Dies wurde sowohl an der Intensität der abdominalen Schmerzen als auch am Schweregrad der Reizdarmsymptome gemessen. Die Autoren fanden die Ergebnisse ihrer Pilotstudie – an der 20 Patienten teilnahmen – ermutigend genug, um zukünftige, größere kontrollierte Studien zu rechtfertigen, in denen das Potenzial der Mittelmeerdiät als wirksame Intervention für Patienten mit Reizdarmsyndrom untersucht werden soll. „Diese Forschungsarbeit stützt die wachsende Zahl von Belegen, die darauf hindeuten, dass eine mediterrane Ernährung eine sinnvolle Ergänzung der evidenzbasierten Ernährungsinterventionen für Patienten mit Reizdarmsyndrom sein könnte“, erklärt Dr. William Chey, Chefarzt der Gastroenterologie an der University of Michigan, designierter Präsident des American College of Gastroenterology und leitender Autor der Studie. Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass es Untersuchungen braucht, in denen die langfristige Wirksamkeit der mediterranen Ernährung mit den langfristigen Outcomes nach der Wiedereinführungs- und Personalisierungsphase einer FODMAP-armen Ernährung verglichen wird.
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