Systematischer Review beschreibt Gründe und Verlauf geschlechtsangleichender Operationen17. April 2025 Aus welchen Gründen unterziehen sich Menschen bestimmten geschlechtsangleichenden Eingriffen – und wie geht das Ganze aus? Symbolbild; adragan – stock.adobe.com Urologen aus Belgien, den USA und Großbritannien haben in einer systematischen Übersichtsarbeit die Literatur zu geschlechtsangleichenden Operationen bei Varianten der Geschlechtsentwicklung analysiert. Ihr Augenmerk legten sie auf die Gründe für die Operationen, deren Durchführung und die Ergebnisse. Wietse Claeys vom Universitätsklinikum Gent (Belgien) und Kollegen durchsuchten dazu die medizinischen Datenbanken PubMed, Embase, Web of Science und Cochrane von Beginn an bis zum 31.12.2023. Dabei befolgten sie die PRISMA-Richtlinien (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses). Das Risiko einer Verzerrung bewerteten sie für jede Studie anhand einer Checkliste mit 5 Kriterien zur Qualitätsbewertung. Insgesamt bezogen die Urologen 23 Fallserien in ihren Review ein, davon 17 zu maskulinisierenden und 6 zu feminisierenden Operationen. Die Patienten wählten die speziellen Eingriffe hauptsächlich aus dem persönlichen Wunsch heraus, das Risiko von Komplikationen zu vermeiden oder weil sie keine Dysphorie bezüglich bestimmter Teile ihrer Genitalien empfanden. Die Komplikationen bei maskulinisierenden Eingriffen ergaben sich in erster Linie aus der verlängerten Harnröhre, was durch eine primäre perineale Urethrostomie entschärft werden konnte. Sowohl bei der Phalloplastik als auch bei der Metoidioplastik besteht ein höheres Risiko von Harnröhrenkomplikationen, wenn die Vagina erhalten bleibt. Bei feminisierenden Eingriffen konnten das Risiko einer Schädigung der Eingeweide und die Notwendigkeit einer lebenslangen Selbstdilatation vermieden werden, wenn die Vulvoplastik ohne Schaffung eines Vaginalkanals durchgeführt wurde. Alle hinzugezogenen Studien wiesen ein hohes Risiko der Verzerrung auf, so die Forscher. Die Patienten sollten über die Risiken und Vorteile der einzelnen Schritte dieser Verfahren informiert werden, betonen Claeys und Kollegen abschließend. (ri/ms)
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