T-Zell-Marker für personalisierte CED-Behandlung identifiziert

© Witoon – stock.adobe.com (Symbolbild)

Neuere CED-Therapien zielen vermehrt auf pathogene Zytokinwege und die Rekrutierung von Immunzellen im Darm ab. Trotz des Erfolges von Behandlungen auf der Grundlage von Biologika, gibt es für das Patientenmanagement keine zuverlässigen Prädiktoren für das jeweilige individuelle Therapieansprechen.

Der monoklonale Antikörper Vedolizumab hemmt bspw. selektiv das Homing von Lymphozyten im Darm, indem er die Wechselwirkungen zwischen mukosalen vaskulären Zelladhäsionsmolekülen der Endothelzellen des Darms und dem Integrin a4b7 auf zirkulierenden Leukozyten unterbricht. Infolgedessen führt dies bei Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu einer klinischen Remission, die aufrecht erhalten werden kann.

Für eine Studie hat ein deutsches Forscherkonsortium nun prospektiv 2 CED-Patientenkohorten untersucht, denen Vedolizumab verabreicht wurde. Mittels Massenzytometrie, Einzelzell-RNA­Sequenzierung, Einzelzell-B- und T-Zell-Rezeptor-Sequenzierung (BCR/TCR-seq), Serum-Proteomik und multiparametrischer Durchflusszytometrie bewerteten die Forschenden Vedolizumab-induzierte immunologischen Veränderungen im peripheren Blut und ihre möglichen Zusammenhänge mit dem Ansprechen auf die Behandlung.

Die Wissenschaftler wiesen so nach, dass die Behandlung mit Vedolizumab zu erheblichen Veränderungen in der Häufigkeit verschiedener zirkulierender Immunzell-Phänotypen führt und die T-Zell-Rezeptordiversität von in den Darm einwandernden (gut homing) CD4+-Gedächtnis-T-Zellen verändert. Durch die Integration von multimodalen Parametern und Maschinellem Lernen konnte ein deutlicher Anstieg der proliferierenden CD4+-Gedächtnis-T-Zellen bei Non-Respondern vs. Responder vor der Behandlung festgestellt werden.

Fazit
Diese prädiktive T-Zell-Signatur zeigt einen aktivierten T-Helfer-1/­T-Helfer-17-Zell-Phänotyp mit erhöhten Integrin a4b1-Level auf, was diese Zellen möglicherweise weniger empfänglich für eine direkte Ansprache durch Vedolizumab macht. Damit liefern diese Ergebnisse den Studienautoren zufolge Hinweise auf einen zuverlässigen prädiktiven Klassifikator mit erheblichen Auswirkungen auf die personalisierte CED-Behandlung. (bi)

Autoren: Horn V et al.
Korrespondenz: Ahmed N. Hegazy; [email protected]
Studie: Multimodal Profiling of Peripheral Blood Identifies Proliferating Circulating Effector CD4+ T Cells as Predictors for Response to Integrin a4b7–Blocking Therapy in Inflammatory Bowel Disease
Quelle: Gastroenterology 2025;168(2):327–343.
Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2024.09.021