Tabakentwöhnung im Rahmen eines Lungenkrebs-Screenings

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In einer randomisierten klinischen Studie hat eine Arbeitsgruppe aus den USA beurteilt, wie wirksam es ist, wenn man sich bei Personen, die nach den festgelegten Kriterien für ein Lungenkrebs-Screening (LCS) infrage kommen, zudem aktiv um eine Tabakentwöhnung kümmert.

In der vorgelegten Untersuchung überwies man LCS-Kandidaten, die rauchten und auf Entwöhnungsstrategien zunächst nicht ansprachen, zur Verordnung einer verschreibungspflichtigen Arzneimitteltherapie (MTM) im Rahmen eines längerfristigen Tabakentwöhnungsprogramms (TLC). Außerdem bewerteten die Forschenden, welche Wirkung es hatte, wenn die Intensität des TLC bei Personen, die ein frühzeitiges Ansprechen zeigten, verringert wurde.

Die Rekrutierung von Probanden für die Untersuchung erfolgte in Primärversorgungszentren und LCS-Programmen im Rahmen dreier großer Gesundheitssysteme in den USA und startete im Oktober 2016. Die 18-monatige Nachbeobachtung wurde im April 2021 abgeschlossen.

Die Studienautoren beschreiben in ihrer Veröffentlichung 3 Interventionen, die getestet wurden: 1. TLC bestehend aus intensivem Telefon-Coaching und kombinierter Nikotinersatztherapie für 1 Jahr mit mindestens monatlichem Kontakt; 2. TLC mit MTM, wobei die MTM ein Apothekenrezept für verschreibungspflichtige Medikamente beinhaltete; 3. TLC, wobei die Intensität des TLC verringert und auf einen vierteljährlichen Kontakt beschränkt wurde.

Welcher Strategie die LCS-Kandidaten zugewiesen wurden, entschied sich danach, ob sie schon früh auf die Tabakentwöhnung ansprachen und eine Abstinenz erreichten, was entweder 4 Wochen oder 8 Wochen nach Behandlungsbeginn beurteilt wurde.

Von den 636 Teilnehmern waren 228 (35,9%) Frauen und 564 (89,4%) Weiße, das Durchschnittsalter lag bei 64,3 Jahren (Interquartilbereich [IQR] 59,6–68,8). Vier Wochen bzw. 8 Wochen nach Beginn der Behandlung rauchten 510 Teilnehmer (80,2%) immer noch (d.h. frühes Nichtansprechen auf die Behandlung) und 126 Teilnehmer (19,8%) hatten mit dem Rauchen aufgehört (d.h. frühes Ansprechen auf die Behandlung). Die Rücklaufquote in der Nachunter­suchung nach 18 Monaten lag bei 83,2% (529 von 636).

In allen TLC-Gruppen betrug die Gesamtrate einer längerfristigen Abstinenz nach 18 Monaten 24,4% (129 von 529). Unter den 416 Patienten, die zu Beginn der Behandlung nicht angesprochen hatten, betrug die 6-monatige längerfristige Abstinenz für TLC mit MTM im Vergleich zu TLC 17,8% vs. 16,4% (adjustierte OR [aOR] 1,13; 95%-KI 0,67–1,89). In der Gruppe TLC mit MTM absolvierten 98 von 254 Teilnehmenden (39%) ≥1 Termin für MTM. Bei den 113 Patienten, die früh auf eine Behandlung ansprachen, wurde eine 6-monatige längerfristige Abstinenz im vierteljährlichen TLC bei 24 von 55 Probanden (43,6%) verzeichnet, verglichen mit 34 von 58 Personen (58,6%) im TLC (aOR 0,54; 95%-KI 0,25–1,17).

Fazit
Die Autoren bilanzieren, dass in ihrer Studie die zusätzliche Überweisung in ein MTM mit TLC bei Personen, die zunächst nicht auf eine Behandlung ansprachen, die Rauchabstinenz nicht verbesserte. Es werde nicht empfohlen, bei frühzeitigem Ansprechen auf eine Behandlung auf ein vierteljährliches TLC umzusteigen. Die Forschenden betonen, dass sich eine längerfristige Behandlung mit dem Ziel der Tabakentwöhnung in ein LCS integrieren lasse und mit klinisch bedeutsamen Entwöhnungsraten verbunden sei. (ac)

Autoren: Fu SS et al.
Korrespondenz: Steven Fu; [email protected]
Studie: Optimizing Longitudinal Tobacco Cessation Treatment in Lung Cancer Screening: A Sequential, Multiple Assignment, Randomized Trial
Quelle: JAMA Netw Open 2023;6(8):e2329903.
Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2023.29903