Tag der Seltenen Erkrankungen – ACHSE: Kompetenzzentren adäquat finanzieren28. Februar 2019 Alles in einer Hand: Die ACHSE fordert eine flächendeckende vernetzte Zentren-Struktur und deren nachhaltige Finanzierung. Bild: © sdecoret – Fotolia.com Zum internationalen Tag der Seltenen Erkrankungen am 28. Februar fordert die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V. die Bundesregierung auf, die Zentren für Seltene Erkrankungen adäquat zu finanzieren, eine europaweite Vernetzung zu fördern und so eine kompetente und qualitativ hochwertige Versorgung der Betroffenen zu ermöglichen. „Man tingelt von einer Klinik zur nächsten und nimmt weite Wege und viele ‚Erstuntersuchungen‘ in Kauf, bei denen immer wiederkehrend die gleichen Daten erfasst werden“, beschreibt Sandra Mösche den Alltag vieler Betroffener. Sie ist Mutter eines Kindes mit Apert-Syndrom* und 1. Vorsitzende der Elterninitiative Apert-Syndrom und verwandte Fehlbildungen e.V., die sich vor kurzem dem Netzwerk der ACHSE angeschlossen hat. „Alles in einer Hand“, so das Netzwerk, sei ein Traum vieler Familien, die aufgrund der einzelnen Symptome der jeweiligen Seltenen Erkrankung durch ganz Deutschland oder gar in andere europäische Länder zu verschiedensten Spezialisten reisen müssten. Dabei gehe oft wertvolle Zeit verloren, nicht selten ergebnislos. „Das Wissen der wenigen Experten, und dass dieses zeitnah bei Betroffenen ankommt, entscheidet nicht selten über Leben und Tod und hilft unnötige Leidenswege zu vermeiden“, so Mirjam Mann, Geschäftsführerin der ACHSE (www.achse-online.de). „Die ACHSE fordert eine flächendeckende vernetzte Zentren-Struktur und eine nachhaltige Finanzierung, die eine kompetente, qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten ermöglicht. Die Behandelnden müssen die Chance haben, sich mit den wenigen Experten auszutauschen, die technischen Mittel und Zeit, um Befunde auszutauschen, Zeit, um mit den Patienten zu reden, für Fallkonferenzen, für den Austausch mit Kollegen – zum Beispiel im Ausland – und Zeit, sich Wissen anzueignen“, erklärt Mann. „Die Schritte auf dem Weg zu einer kompetenten und qualitativ hochwertigen Versorgung sind sicher zahlreich. Die wichtigsten wurden im Nationalen Aktionsplan für Menschen mit Seltenen Erkrankungen bereits in 2013 konzertiert“, erinnert die ACHSE, und Mann ergänzt: „Wir müssen diese Schritte endlich gemeinsam gehen. Wir müssen Erfahrungen und Expertise bündeln, Geld in die Hand nehmen und endlich handeln, wenn wir wirklich das Leben der rund vier Millionen Menschen mit Seltenen Erkrankungen in Deutschland verbessern wollen. Die Patientenselbsthilfe steht dabei gern mit Rat und Tat zur Verfügung.“ Quelle: ACHSE e.V. *Anm. d. Red.: Zu den Symptomen im Kopfbereich zählen auch Sehbehinderungen, siehe: https://www.apert-syndrom.de/kraniofazialen-fehlbildungen/apert-syndrom
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