Tagungsankündigung: Komplexes Thema Wunde – Ein Forum, das für alle Gewinn bringt1. Juni 2018 Tagungsort Nürnberg © refresh(PIX) – fotolia.com Der 1. Nürnberger Wundkongress lockt mit großer Themenvielfalt, besonderen Highlights und vielen Praxistipps. Von neuen Methoden bei Verbrühungen im Kindesalter über das Szenario Massenanfall von Verletzten bei Terrorlagen bis hin zu Erster Hilfe für gestresste Pflegekräfte oder Exempel gelebter Interdisziplinarität. Wunden, die nicht heilen, fordern die ganze Kunst der modernen Medizin und Pflege. Weil sie meist als Komplikationen diverser Grunderkrankungen wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen auftreten, von denen vor allem ältere Betroffene oft mehrere haben, braucht es für eine optimale Versorgung ein professionelles Zusammenspiel verschiedener medizinischer Fachgebiete und Pflegeberufe, aber auch der Kostenträger sowie der gesundheitspolitischen Weichensteller. Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Wunden. Und angesichts einer alternden Gesellschaft dürfte deren Zahl in Zukunft tendenziell zunehmen. Wenn im Dezember Fachärzte, Hausärzte und Pflegefachkräfte zum 1. Nürnberger Wundkongress zusammenkommen, dann mit dem gemeinsamen Ziel, die Versorgung jener Patienten nachhaltig zu verbessern. So vielfältig und individuell die Ursachen offener Wunden, so wichtig die Frage nach der richtigen Therapie und Pflege. Neue wissenschaftliche Ansätze und Erkenntnisse sind hier ebenso bedeutend wie praktische Fertigkeiten für den Berufsalltag – und nicht zuletzt die Notwendigkeit, den Überblick zu behalten über immer neue Hightech-Produkte für die Wundversorgung und deren korrekte Anwendung. Herausforderungen, die alle Beteiligten nur gemeinsam schultern können, ist Tagungspräsident Prof. Dr. Bert Reichert sicher. „Deshalb wollen wir Ärzte und Pflegekräfte aus allen Bereichen zusammenbringen und ihnen ein Forum bieten, das gewinnbringend für alle ist.“ Das komplexe Thema Wunde zu erfassen, hieße eben, alle Perspektiven zu kennen, die für den einzelnen Patienten von Bedeutung sind. Das Kongressmotto „Gemeinsam unterwegs“ steht für diesen Anspruch. Auch über den Kongress hinaus: Netzwerke knüpfen, neue Wege der Kommunikation implementieren. – Nach Reicherts Wunsch legt der 1. Nürnberger Wundkongress viele Grundsteine. Spezielle medizinische Perspektiven für eine solche Tagung indes sind viele denkbar. „Ein Thema wie die Wunde ist sicher nie erschöpfend betrachtet“, sagt Reichert. Deshalb soll das Nürnberger Kongress-Konzept einem „Wechselmodell“ bei der wissenschaftlichen Programmgestaltung folgen: Liegt sie in diesem Jahr bei Reichert in den Händen eines Spezialisten für plastische Chirurgie, so steht ihm zur Seite mit dem Dermatologen Prof. Dr. Erwin Schultz bereits der Regisseur für 2019. Danach könnte möglicherweise eine unfallchirurgische Position folgen und so weiter. Zu den Schwerpunkten im Auftaktjahr gehören neben wichtigen Kernthemen wie dem diabetischen Fuß oder der Versorgung von Dekubitalgeschwüren etwa moderne Versorgungskonzepte für traumatische Wunden oder innovative Therapieansätze wie die Eigenfetttherapie. Seltene Wunden wie bei exfoliativen Hauterkrankungen – aber auch seltene Ursachen chronischer Wunden stehen ebenfalls auf dem Programm. Wie wichtig Interdisziplinarität in der Wundtherapie ist – und wie sie praktisch funktionieren kann – wird am Beispiel des ersten zertifizierten Interdisziplinären Wundzentrums am Klinikum Nürnberg vorgestellt. Zu den besonderen Highlights gehören neue Behandlungsmethoden bei Verbrennungen sowie bei Verbrühungen im Kindesalter. Und – den Unwägbarkeiten der modernen Zeit geschuldet: Auch dem Szenario eines Massenanfalls von Verletzten durch terroristische Akte gebührt Aufmerksamkeit. Noch im Dezember 2016 anlässlich des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt schätzte die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie im Vergleich zu Attentaten wie in Paris (2015) oder Brüssel (2016) ein, dass Rettungskräfte und Kliniken in Deutschland auf derartige Ereignisse noch nicht vorbereitet seien. Zahlreiche Seminare und Workshops richten sich mit praktischen Einblicken an Fachkräfte. Hier reicht das Spektrum von Aspekten der Ausbildung im Wandel der Jahre über die Handhabung bestimmter Materialien, einen „Erste-Hilfe-Lehrgang“ in Stressbewältigung für Pflegende bis hin zu einer exemplarischen Präsentation interdisziplinärerer Zusammenarbeit im „Wundnetz Thüringen“. – Immer angedacht auch: Zeit und Gelegenheit für Austausch und Diskussion.
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