Tauopathie: Verabreichung von Amylin kann die Erkrankung verschlimmern

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Eine aktuelle Studie der University of South Florida, USA, zeigt, dass Amylin in Synergie mit Diabetes die Tau-Pathologie verschlimmert, indem es die lysosomale Aktivität im visuellen Kortex beeinträchtigt.

Amylin, ein Peptidhormon, das für seine Aggregation in der Bauchspeicheldrüse bei Typ-2-Diabetes bekannt ist, kann verschiedene mit der Alzheimer-Krankheit (AD) verbundene pathologische Mechanismen auslösen, darunter Neuroinflammation und kognitive Defizite. Obwohl berichtet wurde, dass Amylin die Tau-Pathologie in einem AD-Mausmodell beeinflussen kann, sind die zellulären Mechanismen, die der Interaktion zwischen Tau und Amylin zugrunde liegen, noch immer unzureichend verstanden.

Eine neue im Fachjournal „Genes & Diseases“ veröffentlichte Studie eines Teams der University of South Florida, USA, analysierte die Interaktion zwischen Amylin und Tau-Pathologie, um herauszufinden, wie Diabetes das Risiko für die Entwicklung von AD beeinflussen kann.

Rückgang der Lysosomenzahl beobachtet

Zunächst verabreichten die Forscher Mäusen im PS19-Modell der Tauopathie im Alter von drei Monaten peripher Streptozotocin (STZ) und/oder Amylin und untersuchten die Mäuse anschließend im Alter von sechs Monaten. Die Wissenschaftler stellten fest, dass STZ die Gewichtszunahme bremste, den Blutzuckerspiegel erhöhte, die motorische Leistung beeinträchtigte und das angstkonditionierte Gedächtnis bei PS19-Mäusen förderte.

Bemerkenswerterweise induzierte die Gabe sowohl von Amylin als auch von STZ nicht nur die Entstehung einer Tau-Pathologie in der Bauchspeicheldrüse, sondern führte auch zu einem Rückgang der Lysosomenzahl in den Langerhansinseln. Interessanterweise entwickelten mit Amylin und STZ behandelte Mäuse auch eine ausgeprägte Tau-Pathologie, die mit einem Rückgang der lysosomalen Cathepsin-D-Spiegel (CatD) im visuellen Kortex einherging, was auf beeinträchtigte Protein-Clearance-Mechanismen hindeutet. Überraschenderweise zeigte die Bauchspeicheldrüse auch bei diabetischen Mäusen, insbesondere bei denen, die sowohl STZ als auch Amylin erhielten, eine Tau-Pathologie, neben reduzierten lysosomalen Markern wie LAMP1 in den Inselzellen.

Dieser Befund unterstreicht laut den Forschern die komplexe und wechselseitige Beziehung zwischen Diabetes und Alzheimer. Zusammenfassend zeige diese Studie, dass Amylin in Synergie mit Diabetes die Tau-Pathologie verschlimmert, indem es die lysosomale Aktivität im visuellen Kortex beeinträchtigt.