TAVI: Gesundheitsnavigator der AOK informiert über Qualitätsunterschiede zwischen den Kliniken2. November 2022 Foto: ©BVMed Eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt große Qualitätsunterschiede zwischen Kliniken bei kathetergestützten Herzklappen-Operationen. Die Qualitätsergebnisse der Kliniken auf Basis des Verfahrens zur „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR) sind seit Donnerstag, 27.10.2022, im Onlineportal „Gesundheitsnavigator der AOK“ abrufbar. Die Daten zeigen deutliche Unterschiede bei der Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen und ungeplanten Folge-OPs nach dem Eingriff sowie bei der Sterblichkeit der behandelten Patientinnen und Patienten. Das WIdO hat knapp 23.000 kathetergestützte Aortenklappen-Implantationen (TAVI) bei AOK-Versicherten ausgewertet, die bundesweit in 79 Kliniken in den Jahren 2018 bis 2020 durchgeführt worden sind. Laut der Analyse ist im Viertel der Kliniken mit den besten Ergebnissen bei den transvaskulären Eingriffen eine Gesamtkomplikationsrate von 5,1 Prozent zu verzeichnen, im Viertel der Kliniken, die am schlechtesten abschneiden, liegt dieser Wert dagegen bei 7,1 Prozent. Die Auswertung ergibt eine durchschnittliche Sterblichkeitsrate der behandelten Patientinnen und Patienten von 2,8 Prozent. Im Viertel der Kliniken mit den besten Ergebnissen ist die Sterblichkeit nach TAVIs mit 2,1 Prozent deutlich niedriger als im Viertel der schlechtesten Kliniken (3,8 Prozent). Große Spanne bei Herzinfarkten und Schlaganfällen nach TAVIs Große Spannen zeigen sich auch bei der Häufigkeit von Herzinfarkten und Schlaganfällen innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff: So erleiden im Viertel der Kliniken mit den besten Ergebnissen 1,8 Prozent der TAVI-Patientinnen und -Patienten innerhalb von 30 Tagen einen Schlaganfall, während es im schlechtesten Viertel 3,9 Prozent sind. Insgesamt 0,7 Prozent der minimalinvasiv Operierten müssen sich innerhalb eines Jahres einer erneuten Klappenersatz-OP unterziehen. Die Rate dieser ungeplanten Folge-OPs liegt im Viertel der Kliniken, die am schlechtesten abschneiden, mit 1,0 Prozent etwas höher. 16 Kliniken mit überdurchschnittlicher Qualität Eine „überdurchschnittliche Qualität nach QSR“ weisen dem Navigator zufolge 16 der 79 Kliniken auf. Auf Platz 1 steht dabei die Schüchtermann-Klinik in Bad Rothenfelde, an der mit 1044 Eingriffen im Jahr 2020 die meisten Behandlungen durchgeführt wurden und die mit 92 Prozent bei 454 Patientenbewertungen über die höchste Weiterempfelungsrate verfügt. Weitere Kliniken mit überdurchschnittlicher Qualität sind beispielsweise das Deutsche Herzzentrum München sowie das Deutsche Herzzentrum Berlin, aber auch diverse Universitätskliniken sowie Kliniken aus öffentlicher, privater und freigemeinnütziger Hand. Analyse der Behandlungsergebnisse über den Klinikaufenthalt hinaus Im Verfahren zur „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ wertet das WIdO Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten aus der stationären und aus der ambulanten Versorgung aus. Das ermöglicht eine Analyse der Behandlungsergebnisse der Patientinnen und Patienten auch über den eigentlichen Klinik-Aufenthalt hinaus. Dadurch können Komplikationen nach der OP oder Folgeereignisse wie ungeplante Revisions-OPs mit in die Bewertung einbezogen werden. Unterschiede bezüglich Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen der Patientinnen und Patienten werden in der Auswertung berücksichtigt, sodass ein fairer Vergleich zwischen den einzelnen Kliniken gewährleistet ist. (ah)
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