Teekonsum von CKD-Patienten: Verminderte Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen19. September 2025 Foto: © conzorb/stock.adobe.com Tee ist eines der am häufigsten konsumierten Getränke weltweit, mit einem geschätzten Gesamtkonsum von mehr als zwei Milliarden Tassen pro Tag. Wie sieht es mit gesundheitlichen Vorteilen des Teekonsums bei Patienten mit Chronischer Nierenkrankheit (CKD) aus? Die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Tees wurden ausgiebig erforscht und werden hauptsächlich auf seine bioaktiven Verbindungen wie Koffein, Theanin, Flavonoide und Katechine zurückgeführt. Diese Verbindungen können verschiedene physiologische und biochemische Prozesse modulieren, zum Beispiel den Energiestoffwechsel, oxidativen Stress, Entzündungen und die Gefäßfunktion. Folglich wurde der Teekonsum mit einem geringeren Risiko für verschiedene chronische Krankheiten in Verbindung gebracht, darunter Krebs, Diabetes, neurodegenerative und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch welche Vorteile bringt der Teekonsum bei Patienten mit CKD mit sich? Mit dieser Frage beschäftigte sich jüngst ein Team chinesischer Wissenschaftler unter Leitung von Erstautor Dr. Jin Li. Dabei fanden die Forscher heraus, dass Teekonsum in einer CKD-Population eine schützende Wirkung bezüglich der Gesamtmortalität hat. Es spielten sowohl die konsumierte Menge wie die Art des Tees eine Rolle. Auswertung von NHANES-Daten Im Rahmen der Studie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) erhoben die Forscher Informationen zur Ernährung mithilfe eines Fragebogens zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme. Zunächst führten die Experten persönliche, gefolgt von telefonischen Interviews etwa drei bis zehn Tage später durch. Zu den erfassten Daten gehörte die Menge (in Gramm oder in der Einheit Tasse) jedes konsumierten Lebensmittels und Getränks. Bei Tee unterschieden die Forschenden zwischen Tee (ohne Kräutertees und ungesüßte Tees) und anderem Tee, einschließlich Kräutertees oder Aufgüsse und ungesüßte Tees. Den durchschnittlichen Teekonsum berechneten sie aus beiden Erhebungen und in Tassen/Tag (1 Tasse in Gramm = 236,5), wobei eine weitere Unterteilung in drei Kategorien auf der Grundlage des täglichen Konsums erfolgte: nie (0 Tasse/Tag), zwischen null und vier Tassen pro Tag beziehungsweise mehr als vier Tassen täglich. Personen ohne Aufzeichnung des Teekonsums verwendeten die Wissenschaftler als Referenzgruppe. Außerdem erfassten sie die Teesorten (basierend auf Oxidation und grünem Tee) und den zusätzlichen Zuckergehalt. Die Analyse umfasste 17.575 Personen mit CKD aus ursprünglich 45.019 Teilnehmern der NHANES. Personen mit extremen Ernährungsgewohnheiten, Schwangerschaft oder anderen Erkrankungen als CKD schlossen die Experten aus. Die wichtigsten demografischen Daten der Kohorte ergaben ein Durchschnittsalter von 62,3 Jahren, 52,1 Prozent der Teilnehmer waren Frauen und 57,3 Prozent kaukasischer Abstammung. Zusammenhang zwischen Teekonsum und der Sterblichkeit Während der Nachbeobachtung wurden insgesamt 5835 Todesfälle registriert, darunter 1823 kardiovaskulär bedingt. Mithilfe der Cox-Regression und eingeschränkter kubischer Splines untersuchten die Experten den linearen oder nicht linearen Zusammenhang zwischen dem Teekonsum und der Sterblichkeit. Mithilfe einer Substitutionsanalyse beurteilte man, welche Auswirkungen es hat, wenn eine bestimmten Teesorte durch eine andere ersetzt wird. Bei der Subgruppenanalyse matchten die Forscher die Teilnehmer nach Geschlecht, Alter, Body-Mass-Index (BMI), Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) und Urin-Albumin. Außerdem fand eine Bereinigung um folgende Faktoren statt: Alter, Geschlecht, Ethnie, Bildungsstand, Familienstand, jährliches Haushaltseinkommen, Energiezufuhr, Gesamtwasseraufnahme, Proteinzufuhr, Kohlenhydrataufnahme, Ballaststoffe, mit Zucker gesüßte Getränke, Vollmilch, einfach ungesättigte Fettsäuren insgesamt, mehrfach ungesättigte Fettsäuren insgesamt, gesättigte Fettsäuren insgesamt, Rauchen, metabolisches Äquivalent für körperliche Aktivität, Body-Mass-Index, Diabetes, Hypertonie, Albumin im Urin, geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs sowie Serumwerte für Natrium, Kalium und Phosphor. Auswertung ergibt Dosis-Wirkungs-Effekt Der Konsum von bis zu vier Tassen Tee pro Tag war bei CKD-Patienten in den Stadien 1–2 signifikant mit einer niedrigeren Gesamtmortalität verbunden als bei Patienten, die nie Tee tranken (Hazard Ratio [HR] 0,89; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,79–0,99; p=0,04), während der Zusammenhang zwischen Teekonsum und CVD-Mortalität keine statistische Signifikanz erreichte. Die Forscher beobachteten einen Dosis-Wirkungs-Effekt, der zeigte, dass der Konsum von bis zu drei bis fünf Tassen Tee täglich mit einem geringeren Risiko für die Gesamtmortalität assoziiert war, insbesondere in frühen CKD-Stadien (p>0,05). Ein um eine Tasse pro Tag höherer Verzehr von oxidiertem Tee war mit einem um zehn Prozent niedrigeren Risiko für die Gesamtmortalität im CKD-Stadium 1–2 verbunden (HR 0,90; 95%-KI 0,82–0,99; p=0,03). Der Ersatz einer Tasse grünen Tees durch eine Tasse oxidierten Tees pro Tag war mit einem um acht Prozent beziehungsweise elf Prozent niedrigeren Risiko für die Gesamtmortalität (HR 0,92; 95%-KI 0,86–0,98; p=0,01) und die CVD-Mortalität (HR 0,89; 95%-KI 0,80–1,00; p<0,05) bei Personen mit CKD im Stadium 1–2 assoziiert. (jh)
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