Teenager-Schwangerschaften mit höherem Sterberisiko für die Mütter verbunden18. März 2024 Foto: © Antonioguillem/stock.adobe.com Eine aktuelle Studie des Hospital for Sick Children (SickKids), Kanada, ergab, dass Jugendliche in Ontario, die eine Schwangerschaft erlebten, im Vergleich zu denjenigen, die keine Schwangerschaft im Teenageralter hatten, ein um 50 Prozent höheres Risiko eines vorzeitigen Todes vor dem 31. Lebensjahr hatten. Das Sterberisiko war sogar noch höher bei Personen, die zwei oder mehr Teenager-Schwangerschaften hatten, und bei Teenager-Schwangerschaften vor dem 16. Lebensjahr. In der in der Fachzeitschrift „JAMA Network Open“ veröffentlichten Studie wurde auch festgestellt, dass diejenigen, die eine Schwangerschaft im Teenageralter erleben, mit größerer Wahrscheinlichkeit in einkommensschwachen Stadtvierteln und in Gebieten mit niedrigeren Schul-Abschlussquoten wohnen. Im kanadischen Hospital for Sick Children (SickKids) arbeiten das Young Prenatal Program (YPP) und das Young Families Program (YFP) daran, die Versorgungslücken zu schließen, die jugendliche Eltern erleben, und ihnen eine integrierte körperliche, geistige und entwicklungsbezogene Betreuung von der Schwangerschaft bis zu ihrer frühen Elternschaft zu bieten. „Es ist wichtig, dass wir erkennen, wie die sozialen Determinanten der Gesundheit in das Leben der Menschen eingebettet sind, und dass wir traumainformierte Programme einführen, die die Menschen dort abholen, wo sie sich befinden“, kommentiert Dr. Ashley Vandermorris, Ärztin in der Abteilung für Jugendmedizin. „Unser Ziel ist es, letztlich die Ergebnisse für Jugendliche und deren Kinder zu verbessern – von der Schwangerschaft bis zur Elternschaft“, fügt sie hinzu. Ausweitung des Gesprächs über Schwangerschaft und Elternschaft bei Jugendlichen Die Programme YPP und YFP sehen vor, die Erfahrungen und das Umfeld jedes jugendlichen Elternteils zu berücksichtigen und so koordinierte Programme für eine pränatale, postnatale, pädiatrische, sexuelle und psychische Gesundheitsversorgung anzubieten. Darüber sind Überweisungen zu anderen Diensten und Ressourcen in der Gemeinde möglich, z. B. zu Wohn- und Bildungsprogrammen. „Die Jugendlichen, die in das Programm aufgenommen werden, kommen aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen. Was wir anbieten, ist mehr als nur medizinische Versorgung, sondern ein integriertes Modell, das die Situation jeder Person, die wir unterstützen, berücksichtigt“, erklärt Jasmine Saleh, Sozialarbeiterin bei SickKids. „Wir hoffen, dass wir dazu beitragen können, die Diskussion darüber zu erweitern, was es bedeutet, ein Elternteil zu sein und eine belastbare, liebevolle Pflegeperson zu sein“, ergänzt sie. Nach der Geburt wechseln viele der YPP-Eltern in das YFP, ein Gesundheitsdienst für heranwachsende Eltern und ihre Kinder, der ein umfassendes und integriertes Betreuungsmodell anbietet, um sowohl die Eltern als auch ihr Kind bis zum Alter von zwei Jahren zu unterstützen. „Für viele dieser Eltern ist die Schwangerschaft die erste wirkliche Gelegenheit, sich regelmäßig mit dem Gesundheitssystem zu befassen. Unser Ziel ist es, diese Jugendlichen während des gesamten Betreuungsprozesses zu unterstützen und ihre Beziehung zum Gesundheitssystem und zu den Leistungserbringern zu verändern“, betont Gillian Thompson, Krankenschwester im YFP. Daten belegen Notwendigkeit für mehr integrierte Versorgungsmodelle Das Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Joel Ray, klinisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter am St. Michael’s Hospital, und unter Mitwirkung von Dr. Eyal Cohen, leitender Wissenschaftler und Programmleiter des Programms Child Health Evaluative Sciences, nutzte Verwaltungsdaten, um alle Teenager-Schwangerschaften (definiert als Schwangerschaft zwischen dem 12. und 19. Lebensjahr) und Todesfälle unter 2,2 Millionen weiblichen Teenagern zu erfassen, die zwischen dem 1. April 1991 und dem 31. März 2021 ihren 12. Geburtstag erlebten. „Das längerfristige Risiko eines vorzeitigen Todes, sei es aufgrund von Verletzungen oder anderen Ursachen, ist bei schwangeren Teenagern deutlich erhöht“, erläutert Cohen, der Co-Executive Director des Edwin S.H. Leong Centre for Healthy Children ist. „Wir brauchen Programme, die sich mit der Verflechtung von Gesundheitsfürsorge und sozialen Faktoren der Gesundheit befassen“, sagt er weiter. Während das YPP und das YFP bei SickKids wichtige Dienste für schwangere Jugendliche und Eltern anbieten, hofft das Team, dass diese Studie die Entwicklung von mehr gemeindebasierten Programmen unterstützen wird, die einen Ansatz verfolgen, der auf den Stärken der Betroffenen basiert und die Autonomie und Belastbarkeit junger Eltern respektiert.
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