Telemedizin in der COVID-19-Versorgung: Studie zeigt Potenzial zur Entlastung der Notaufnahmen17. September 2024 Bei COVID-19 den akuten Krankheitszustand telemedizinisch zu kontrollieren reduziert zwar nicht die Wahrscheinlichkeit für eine Klinikeinweisung, aber kann den überflüssigen Gang in die Notfallpraxis vermeiden. (Symbolfoto: ©Prostock-studio/stock.adobe.com) Die Ergebnisse der Studie COVID SMART zeigen, dass Telemedizin zur Betreuung von COVID-19-Patienten zwar nicht die Gesamtzahl der Krankenhausaufenthalte signifikant reduzierte, aber zu einer deutlich geringeren Inanspruchnahme der ambulanten Notfallversorgung führte. Die Studie COVID SMART, eine randomisierte, kontrollierte klinische Studie, verglich die Ergebnisse von 607 COVID-19-Patienten, die entweder eine Standardversorgung oder eine zusätzliche telemedizinische Betreuung mittels Smartwatch-Überwachung und ärztlicher Hotline-Anbindung erhielten. Während in der Kontrollgruppe 9,6 Prozent der Patienten innerhalb von 30 Tagen nach der Infektion ins Krankenhaus eingewiesen wurden oder unerwartet die Notaufnahme aufsuchten, waren es in der Interventionsgruppe nur 6,9 Prozent. Trotz dieser Differenz war der Unterschied statistisch nicht signifikant. Die Studie zeigte jedoch einen signifikanten Rückgang der Inanspruchnahme ambulanter Notfalldienste in der Telemedizin-Gruppe. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Telemedizin insbesondere für weniger schwer erkrankte COVID-19-Patienten von Vorteil sein könnte, indem sie unnötige Besuche in der Notaufnahme reduziert und gleichzeitig eine kontinuierliche Überwachung ermöglicht. Die Ergebnisse der Studie erschienen kürzlich in „ERJ Open Research“, einem Fachmagazin der European Respiratory Society. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Telemedizin ein wertvolles Instrument sein kann, um die Versorgung von COVID-19-Patienten zu verbessern und gleichzeitig das Gesundheitssystem zu entlasten“, sagt Studienleiter PD Dr. Moritz Sinner von der Medizinischen Klinik I im LMU Klinikum München. „Besonders bemerkenswert ist die geringere Inanspruchnahme der Notaufnahme, was auf einen Nutzen für Patienten hindeutet, die nicht schwer erkrankt sind, aber dennoch überwacht werden müssen“, fügt Dr. Aenne von Falkenhausen, Erstautorin der Arbeit und Fachärztin an der Medizinischen Klinik I des LMU Klinikums, hinzu. COVID SMART unterstreicht die Bedeutung innovativer Ansätze in der medizinischen Versorgung, insbesondere in Zeiten einer Pandemie. Unterstützt wurde die Studie durch das Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK).
Mehr erfahren zu: "Weltnichtrauchertag 2026: DKG fordert konsequente Prävention durch Rauchfreiheit" Weltnichtrauchertag 2026: DKG fordert konsequente Prävention durch Rauchfreiheit Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai unterstreicht die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) ihre Forderung nach strengeren Regulierungen für Tabak- und Vaping-Produkte und zeigt auf, warum sich ein Rauchstopp auch im hohen Alter […]
Mehr erfahren zu: "Bayern will bei Gesundheitsreform Verbesserungen für Ärzte" Bayern will bei Gesundheitsreform Verbesserungen für Ärzte Kaum ein politisches Gebiet ist so vermint, wie das Gesundheitswesen. Viele Lobbygruppen zerren in Sachen Gesundheitsreform am selben Strang – in verschiedene Richtungen. Bayern will sich gegen Kürzungen bei Ärzten […]
Mehr erfahren zu: "Forschende kartieren frühe Lungenschäden bei Mukoviszidose" Forschende kartieren frühe Lungenschäden bei Mukoviszidose Australische Forschende haben untersucht, wie bei Kindern mit Mukoviszidose bereits in jungen Jahren Lungenschäden entstehen. Der von ihnen erarbeitete Lungenatlas soll neue Anhaltspunkte für die Prävention irreversibler Schäden liefern.