Telemedizin in der Schule hilft Kindern mit Asthma6. November 2019 Quelle: SCETV, for MUSC Health Center for Telehealth Forscher der Medizinischen Universität von South Carolina (MUSC) berichten in einer neuen Studie über einen Zusammenhang zwischen einem schulbasierten Telemedizinprogramm und reduzierten Besuchen in der Notaufnahme bei Kindern mit Asthma, die in einer ländlichen und unterversorgten Region von South Carolina lebten. Diese Untersuchung zeige, welche potenziellen Auswirkungen solche Telemedizinprogramme in Schulen auf Kinder mit chronischen Krankheiten haben können, erklären die Autoren. Dies gelte insbesondere für Kinder in Gemeinden, die keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Das MUSC-Team, das von der Kinderärztin Dr. Kathryn King Cristaldi geleitet wurde, analysierte Medicaid-Angaben zu Kindern im Alter von 3 bis 17 Jahren in Williamsburg County, die in der Schule Zugang zu einem Telemedizinprogramm hatten. Die Wissenschaftler verglichen sie dann mit Daten von Kindern in vier umliegenden Landkreisen ohne solche Telemedizinprogramme. Die Studie ergab, dass die Rate von Behandlungen in einer Notaufnahme bei Kindern, die ein schulbasiertes Telemedizinprogramm nutzen konnten, um 21 Prozent geringer war. Die über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführte Untersuchung ergab jedoch keinen Zusammenhang zwischen schulbasierter Telemedizin und allen Ursachen von Besuchen in der Notaufnahme. „Asthma ist eine der häufigsten und teuersten Erkrankungen im Kindesalter“, sagt Cristaldi. „Wir haben gezeigt, dass das Programm mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit von Besuchen in der Notaufnahme verbunden ist. Unserer Meinung nach wurde dies dadurch erreicht, dass die Schulkrankenschwester instruiert wurde sicherzustellen, dass Kinder täglich ihre Controller-Medikamente erhalten, und das allgemeine Bewusstsein für die Behandlung von Asthma im Kindesalter zu stärken.“ Williamsburg County ist eine ländliche und medizinisch unterversorgte Region in South Carolina, die am „Korridor der Schande“ des Interstate Highway 95 liegt, die diesen Namen wegen der dortigen hohen Armutsrate trägt. Die MUSC entwickelte das schulbasierte Telemedizinprogramm, um Ungleichheiten beim Zugang zu medizinischer Versorgung zu beseitigen, und um Kinder über Telemedizin mit Kinderärzten in Verbindung zu bringen. Laut den Studienautoren waren es aber die Schulkrankenschwestern, die durch die aktive Einbindung der Bevölkerung zum Erfolg des Programmes beitrugen. „Das Programm verbindet Schulkrankenschwestern, die bei der öffentlichen Gesundheitsversorgung von Kindern ja an vorderster Front stehen, mit Ärzten über einen Telemedizin-Wagen, der eine bidirektionale Audio-Video-Kommunikation mit HIPPA-kompatiblen elektronischen Peripheriegeräten ermöglicht“, erläutert Cristaldi. HIPAA bezieht sich auf den Health Insurance Portability and Accountability Act zu Datenschutz- und Sicherheitsbestimmungen zum Schutz medizinischer Informationen. Schulkrankenschwestern, so unterstreicht Cristaldi, gäben sich alle Mühe, den Schülern täglich zu helfen. Daher sei es nicht verwunderlich, dass sie den Telemedizinwagen nutzten, um kranke Kinder mit erfahrenen Anbietern an entfernten Standorten in Kontakt zu bringen und die Kinder mit speziellen elektronischen Stethoskopen und anderen Peripheriegeräten zu untersuchen. Diese spezielle Ausrüstung ermöglichte es Anbietern an entfernten Standorten, den Zustand der Kinder wie einem persönlichen Kontakt zu beurteilen. Es waren auch die Schulkrankenschwestern, die dazu beitrugen, Rückmeldungen von den Eltern einzuholen, sie auf dem Laufenden zu halten und sicherzustellen, dass sie über die erforderlichen Ressourcen verfügten. Ohne diese engagierten Schulkrankenschwestern wäre dieses Programm nicht möglich gewesen, betont die Medizinerin. „Unsere Erkenntnisse zeigen, dass es Fortschritte gibt. Dies wirft ein positives Licht auf die Bewohner des I-95-Korridors und zeigt, dass sie wirklich eine Partnerschaft mit uns eingegangen sind und im Laufe der Jahre etwas wirklich Gutes geleistet haben“, kommentiert Dr. James T. McElligott, Executive Medical Direktor des Zentrums für Telemedizin an der MUSC, der das schulbasierte Telemedizinprogramms in Williamsburg County ins Rollen gebracht hatte. „Dies ist nur der Anfang“, fügt er hinzu. „Ich denke, diese Studie bietet wirklich starke empirische Beweise dafür, dass sie zu Verbesserungen in der lokalen Gemeinschaft beitragen können, und wir möchten sicherstellen, dass dies bekannt wird.“ Als nächstes werden Cristaldi und ihr Team analysieren, inwieweit das Programm dazu beitragen kann, die Umsetzung optimaler Vorgehensweisen in Bezug auf Asthma voranzutreiben. Untersucht werden soll auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis schulbasierter Telemedizin.
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