Therapie des Ösophaguskarzinoms: Studie zeigt besseres Ansprechen bei Frauen11. September 2017 Abbildung: © fotomek – fotolia.com Frauen, die an einem lokal fortgeschrittenen Ösophaguskarzinom leiden und vor einer Operation eine Chemostrahlentherapie erhalten haben, sprechen mit höherer Wahrscheinlichkeit positiv darauf an als Männer. Das geht aus einer Studie hervor, die eine amerikanische Arbeitsgruppe in den „Annals of Thoracic Surgery“ veröffentlicht hat. Zudem, so berichten die Autoren, trete bei weiblichen Patienten unter diesen Voraussetzungen mit geringerer Wahrscheinlich ein Rezidiv auf. „Das Ösophaguskarzinom ist eine der tödlichsten Krebserkrankungen weltweit“, sagt Seniorautor Dr. K. Robert Shen von der Mayo Clinic in Rochester. „Männer und Frauen sind davon in unterschiedlicher Art und Weise betroffen. Männer haben ein höheres Risiko, ein solches Karzinom zu entwickeln; Frauen, wie es scheint, sprechen besser auf die Behandlungen an.“ Die Arbeitsgruppe um Shen hatte die Daten aller Patientinnen mit einem lokal fortgeschrittenen Ösophaguskarzinom analysiert, die sich zwischen 1990 und 2013 an den 3 Standorten der Mayo Clinic vor einer Operation einer Chemotherapie und Bestrahlung unterzogen hatten. Sie wurden mit einer passenden Gruppe männlicher Patienten verglichen. In die endgültige Analyse gingen die Daten von 145 Frauen und 221 Männern ein. Die Frauen waren im Median 64 Jahre alt, die Männer 61. Sie wiesen 2 primäre Typen eines Ösophaguskarzinoms auf: Adenokarzinome (bei 72% der Frauen und 87% der Männer) sowie Plattenepithelkarzinome (bei 28% der Frauen und 13% der Männer). Die Studie ergab, dass bei 58% der Frauen und bei 47% der Männer ein vollständiges oder nahezu vollständiges pathologisches Ansprechen auf die Therapie zu verzeichnen war. Zu Tumorrezidiven kam es bei 116 (32%) der Patienten (38 Frauen, 69 Männer), sodass Männer ein um 89% erhöhetes Rezidivrisiko besaßen. Zudem beobachteten die Studienautoren ein tendenziell besseres 5-Jahres-Überleben bei den Frauen (52,1%) als bei den Männern (44%), wobei in diesem Punkt aber keine statistische Signifikanz erreicht wurde. „Die Ergebnisse dieser Studie sind interessant, weil sie vermuten lassen, dass wir bei der Verbeserung der Outcomes zukünftiger Patienten erfolgreicher sein könnten, wenn wir uns auf individualisierte und gezielte Behandlungsansätze konzentrierten“, sagt Shen. „Wenn die genetische oder molekulare Grundlage ermittelt werden kann, die unseren Ergebnissen zugrunde liegt, kann man sich Chemostrahlentherapien vorstellen, die stärker auf die Gensignatur des jeweiligen Tumors abzielen“, erläutert Shen.
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