Therapie von fortgeschrittenem Brustkrebs: Gesamtüberleben seit 2011 gestiegen

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US-Forscher haben festgestellt, dass sich bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs das Gesamtüberleben seit 2011 verlängert hat. Eine große Rolle spielt dabei die Verfügbarkeit neuer Behandlungsmethoden, heißt es in dem Beitrag in der Fachzeitschrift „The Breast“.

Die neuen Forschungsergebnisse, die auf der Internationalen Konsensuskonferenz für fortgeschrittenen Brustkrebs (ABC8) in Lissabon vorgestellt wurden, zeigen eine Verbesserung des Gesamtüberlebens bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs. Bei einigen Formen beträgt die durchschnittliche Verbesserung des Gesamtüberlebens demnach zehn Monate oder mehr. Die Daten zeigen laut den Wissenschaftlern jedoch auch einen geringeren Anstieg der Überlebenszeit bei triple-negativem fortgeschrittenem Brustkrebs. Diese Beobachtung führen sie auf die Verfügbarkeit wirksamerer Behandlungsmethoden sowie auf allgemeine Verbesserungen in der Diagnostik und der Versorgungsqualität zurück.

„In den letzten 15 Jahren wurden zahlreiche neue systemische Therapien entwickelt und stehen einigen Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Wir wollten untersuchen, ob sich die Verbesserungen in der Behandlung tatsächlich auf das Gesamtüberleben auswirken und ob es einigen Patientinnen-Gruppen besser oder schlechter geht als anderen“, erklärt Studienleiterin Prof. Fatima Cardoso.

Mehrere Hauptsubtypen im Fokus

Die Studie umfasste mehr als 60.000 Patientinnen, die seit 2011 in den USA wegen metastasiertem Brustkrebs behandelt wurden. Die Forschenden unterteilten die Daten in Dreijahresblöcke, um das durchschnittliche Gesamtüberleben im Zeitverlauf vergleichen zu können. Die Daten wurden zudem nach den Hauptsubtypen von Brustkrebs aufgeschlüsselt. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Das durchschnittliche Gesamtüberleben für Patientinnen, die zwischen 2011 und 2013 eine systemische Therapie begannen, betrug insgesamt 27,5 Monate. Es stieg in den Folgejahren an und erreichte für Patientinnen, die zwischen 2020 und 2022 mit der Behandlung begannen, durchschnittlich 34,3 Monate.
  • Patientinnen mit HER2+/HR+ fortgeschrittenem Brustkrebs wiesen zu Beginn des Studienzeitraums das längste Gesamtüberleben auf (durchschnittlich 42 Monate), die sich in den folgenden Jahren weiter verbesserten (53,1 Monate am Ende des Studienzeitraums). Bei Patientinnen mit HER2+/HR- Tumoren war die Verbesserung der Überlebenszeit größer (von 33,4 auf 52 Monate), insbesondere nach 2014–2016.
  • Das Gesamtüberleben für Patientinnen mit HER2-/HR+ stiegen langsamer von 31,7 auf 39,2 Monate.
  • Das Gesamtüberleben zu Beginn des Studienzeitraums war bei Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs am kürzesten (11,2 Monate). Dieser Wert blieb während des größten Teils des Studienzeitraums niedrig, verbesserte sich jedoch leicht bei Patientinnen, die zwischen 2020 und 2022 mit der Behandlung begannen (13,2 Monate).

Effekte in den nächsten Jahren erwartet

„Neben den Verbesserungen in der Diagnostik und der Behandlungsqualität für Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs haben wir in den letzten Jahren mehrere neue, auf Brustkrebs ausgerichtete Therapien gesehen“, erklärt Cardoso. Beispiele hierfür seien die Therapien, die auf den HER2-Rezeptor abzielen und den natürlichen Verlauf dieses Brustkrebs-Subtyps verändert haben, sowie eine Gruppe von Medikamenten namens CDK4/6-Inhibitoren für den hormonabhängigen Brustkrebs-Subtyp.

In jüngster Zeit wurden einige „dringend benötigte“ neue Therapien für triple-negativen Brustkrebs entwickelt und zugelassen, darunter Immun-Checkpoint-Inhibitoren, PARP-Inhibitoren und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, berichtet Cardoso. „Wir gehen davon aus, dass sich ihr positiver Effekt auf das Gesamtüberleben in den nächsten Jahren deutlicher zeigen wird“, betont sie.

Medikamenten-Kosten eine Hürde

„Wir wussten bereits, dass einige dieser Behandlungen das Leben von Patienten in klinischen Studien verlängern. Diese Studie legt jedoch nahe, dass sie auch bei Patienten im Alltag, die Zugang zu ihnen haben, wirksam sind und die Überlebensrate deutlich verbessern. Die in dieser Studie beobachteten Verbesserungen der Überlebensrate dürften in anderen einkommensstarken Ländern, in denen innovative Therapien verfügbar sind, ähnlich ausfallen“, berichten die Forscher.

Eine große Hürde stellen jedoch die Kosten all dieser Medikamente dar, die sie für viele Patienten weltweit unerschwinglich machen, so die Forscher. Eine der Erkenntnisse des neuen ABC Global Decade Report 2015–2025 sei in diesem Sinne, dass die Ungleichheiten zwischen und innerhalb von Ländern im letzten Jahrzehnt zugenommen haben.

Prof. Eric P. Winer vom Yale Cancer Center (USA), der nicht an der Studie beteiligt war, kommentiert die Studienergebnisse: „Diese Ergebnisse sind positiv für Frauen, bei denen heute fortgeschrittener Brustkrebs diagnostiziert wird. Sie können im Vergleich zu Patientinnen, bei denen die Diagnose vor zehn oder sogar fünf Jahren gestellt wurde, mit einer längeren Lebenserwartung rechnen. Allerdings haben sich die Ergebnisse bei einigen Brustkrebsarten stärker verbessert als bei anderen, und es liegt noch viel Arbeit vor uns. Die Prognose für viele Patientinnen, beispielsweise bei triple-negativem Brustkrebs, ist nach wie vor sehr unterschiedlich.“

Einschränkungen der Studie

Laut Winer ist es wichtig zu betonen, dass es sich hier um Patientinnen handelt, die in den USA behandelt wurden, wo Patientinnen oft einen besseren Zugang zu einigen der neuesten Therapien haben.

(ri/BIERMANN)