Therapieversagen bei Scabies: Analyse der Risikofaktoren

Scabies
© Michail Petrov – fotolia.com

Die Zunahme der Inzidenz von Scabies in den Industrieländern wird besonders auf Behandlungsversagen zurückgeführt, wozu es bei ungefähr einem Drittel aller Krätzefälle kommt.

Dermatologen einer französischen Universitätsklinik haben in einer aktuellen multizentrischen Studie Prädiktoren für ein Therapieversagen bei ambulant versorgten Patienten identifiziert. Die Autoren verglichen hierzu die klinischen Charakteristika und Behandlungsmodalitäten zwischen einer Gruppe erfolgreich behandelter Scabies-Patienten und einer Gruppe von Patienten, bei denen es nach drei Monaten Therapie nicht zu einem endgültigen Behandlungserfolg kam.

In die Untersuchung wurden 210 Patienten mit Krätze inkludiert, wovon 98 die erfolgreich therapierte Gruppe bildeten, und 112 Patienten die Gruppe, die durch Therapieversagen gekennzeichnet war. Die hauptsächlichen Risikofaktoren für eine nicht effektive Behandlung waren:

– Die Anwendung lediglich einer Behandlungsoption, entweder topisches Benzylbenzoat oder orales Ivermectin anstelle der Kombination aus beiden Optionen (Quotenverhältnis 2,15; 95 %-Konfidenz­intervall [KI] 1,22–3,77)

– Die einzelne Einnahme von Ivermectin anstelle von 2 Einnahmen (Quotenverhältnis 10,20; 95 %-KI 4,49–23,17)

– Die Einnahme von Ivermectin während einer Mahlzeit statt auf nüchternen Magen (Quotenverhältnis 4,31; 95 %-KI 1,89–9,84)

– Keine Dekontamination von Einrichtungsgegenständen/Mobiliar (Quotenverhältnis 8,72; 95 %-KI 3,50–21,75), insbesondere Sofa und Kissen (Quotenverhältnis 5,90; 95 %-­KI, 2,34–14,88), Matratzen (Quotenverhältnis 4,16; 95 %-KI 1,35–12,84) oder Autositzen (Quotenverhältnis 6,57; 95 %-KI 3,27–13,19)

– Das Nichtvorhandensein schriftlich abgefasster Behandlungsmodalitäten (Quotenverhältnis 5,2; 95 %-KI 2,6–10,4)

In multivariater Analyse war ein Behandlungsversagen mit folgenden Umstände assoziiert:

– Die einzelne Einnahme von Ivermectin anstelle von 2 Einnahmen (Quotenverhältnis 6,62; 95 %-KI 2,71–16,21)

– Alleinige Anwendung von Benzylbenzoat anstelle 2 Einnahmen Ivermectin (Quotenverhältnis 3,51; 95 %-KI 1,55–7,95)

– Keine Dekontamination des Mobiliars mit Akariziden (Quoten-
verhältnis 5,81; 95 %-KI 1,96–16,67)

Als Hauptfaktoren für ein Therapieversagen erwiesen sich die alleinige Anwendung topischen Benzylbenzoats sowie die Einzeldosis Ivermectin.