Tierärztetatistik 2025: Mehr Tierärzte – aber weniger Selbstständige2. Juni 2026 Es drohen empfindliche Versorgungslücken – trotz steigender Zahl an Tierärzten. (Symbolbild) Foto: © antoine-photographe – stock.adobe.com Die Bundestierärztekammer (BTK) sieht trotz steigender Zahlen an Tierärzten strukturelle Warnsignale für die tierärztliche Versorgung. Es bedarf moderner Konzepte, um zukünftig drohenden Versorgungslücken effektiv vorzubeugen, so die BTK in einer Mitteilung. Die Tierärzteschaft in Deutschland wächst weiter: Zum 31.12.2025 waren 46.089 Tierärzte und Tierärztinnen Mitglied einer Landes-/Tierärztekammer, das sind 444 approbierte Veterinäre mehr als im Vorjahr, so die BTK. Der Anteil der Tierärztinnen lag bei 66,8 Prozent. Unter den aktiv tierärztlich Tätigen betrug er 71,7 Prozent. Mehr angestellte Tierärzte – zu wenig neue Niederlassungen Doch die aktuelle Tierärztestatistik zeige zugleich Entwicklungen, die für die tierärztliche Versorgung zunehmend relevant werden. „Die Zahlen zeigen, dass die Tiermedizin ein attraktiver Beruf bleibt. Gleichzeitig bestätigen sie die seit einigen Jahren zu beobachtende Veränderung der Berufsstruktur. Immer weniger Tierärzt:innen entscheiden sich für die eigene Niederlassung, während angestellte Tätigkeiten weiter zunehmen“, erklärt Ltd. VD Dr. Holger Vogel, Präsident der BTK. Besonders deutlich werde diese Entwicklung im Vergleich der niedergelassenen und angestellten Tierärzte und -ärztinnen. Die Zahl der Niedergelassenen sank 2025 auf 11.216. Im Vorjahr waren es noch 11.264. Gleichzeitig stieg die Zahl der Angestellten von 11.990 auf 12.125. Regionale Versorgungsengpässe bereits absehbar Auch bei den Praxisstrukturen zeigt die Statistik Handlungsbedarf. In der Mehrzahl der Kammerbereiche war die Zahl der Tierarztpraxen 2025 rückläufig. Die Zahl der tierärztlichen Kliniken blieb hingegen weitgehend stabil. Diese Entwicklung ist v. a. mit Blick auf die Alterung der Berufsgruppe – die Zahl der Kammermitglieder ab 60 Jahren stieg im Vergleich zum Vorjahr erneut – und der damit einhergehenden Nachfolgefrage, Notdienststrukturen und die flächendeckende tierärztliche Versorgung relevant. „Ein reiner Blick auf die Gesamtzahl der Tierärzt:innen reicht nicht aus. Entscheidend ist, wo und in welchen Arbeitsformen Tierärzt:innen tätig sind. Wenn Praxen keine Nachfolge finden oder immer weniger Kolleg:innen eine eigene Niederlassung übernehmen möchten, kann das regional zu Versorgungsengpässen führen – insbesondere in ländlichen Räumen und in der Nutztierpraxis“, erläutert Dr. Vogel. Für die kommenden Jahre bleibt daher die Frage zentral, ob ausreichend Nachwuchs in die kurative Praxis nachrückt. Bei den tierärztlichen Tätigkeitsfeldern ist 2025 die Zahl der aktiv tierärztlich Tätigen nur leicht gestiegen. Während die Zahl der Tierärzt:innen im Ausland wieder auf das Niveau von 2021 sank, nahm die Zahl der Angestellten im öffentlichen Dienst weiter zu. Auch die Zahl der Tierärzt:innen in Privatwirtschaft und Industrie stieg leicht. Es braucht neue Konzepte: Arbeitszeitregelung und Finanzierung zentrale Aspekte Die Statistik lässt keinen einfachen Schluss auf einen bundesweit einheitlichen Tierärztemangel zu. Sie macht aber strukturelle Herausforderungen sichtbar: weniger Selbstständigkeit, regionale Unterschiede bei den Praxiszahlen, eine alternde Berufsgruppe und wachsende Anforderungen an Arbeitszeitmodelle, Notdienst und Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die tierärztliche Tätigkeit in allen Bereichen attraktiv halten – in der Praxis, im öffentlichen Veterinärdienst, in der Wissenschaft und in der Industrie. Dazu gehören planbare Arbeitszeiten, eine verlässliche Finanzierung tierärztlicher Leistungen und moderne Praxis- und Kooperationsmodelle“, verdeutlicht der BTK-Präsident. Die Tierärztestatistik wird jährlich auf Grundlage der Mitgliederdaten der Landes-/Tierärztekammern erhoben. Die Zahlen zu den Studierenden werden bei den veterinärmedizinischen Bildungsstätten erfragt.
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