Tierärzteverband begrüßt EMA-Gutachten über für Menschen reservierte antimikrobielle Mittel3. März 2022 Foto: © Pexels – pixabay.com Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA und die Europäische Kommission haben am 1. März die lang erwartete Empfehlung zur Ausweisung von antimikrobiellen Mitteln oder Gruppen, die für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen reserviert sind, veröffentlicht. Das Gutachten basiert auf dem im Herbst vom EU-Parlament mit großer Mehrheit angenommenen delegierten Rechtsakt ‘Kriterien für die Einstufung antimikrobieller Mittel, die für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen vorbehalten sind’. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) begrüßt die jetzt veröffentlichte, wissenschaftlich fundierte Bewertung, die den One-Health-Ansatz vollständig umsetzt, indem das notwendige Management von Antibiotikaresistenzen beim Menschen einerseits und die Sicherstellung von Tiergesundheit und Tierschutz andererseits ausbalanciert werden. „Das Ergebnis sichert die Verfügbarkeit aller wichtigen Substanzen für die Veterinärmedizin, darunter Cephalosporine der 3. und 4. Generation, Polymyxine, Makrolide und Fluorchinolone und trägt damit dem Tierschutz in besonderem Maße Rechnung“, so bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder. „Wäre das Kriterium C, wie von Teilen des Umweltausschusses des EU-Parlaments gefordert, nach dem das „Fehlen des Mittels in der Veterinärmedizin keine erheblichen Auswirkungen auf die Tiergesundheit, den Tierschutz oder die öffentliche Gesundheit haben würde“, in der Bewertung nicht berücksichtigt worden, wäre das eine Katastrophe für die Behandlung kranker Tiere und damit für uns Tierärzte geworden. Darauf hatten wir mit unserer Kampagne im vergangenen Jahr sehr deutlich hingewiesen: Alle Tierarten wären dann von dem Anwendungsverbot betroffen gewesen mit der Folge, dass bestimmte Infektionen nicht mehr adäquat hätten behandelt werden können“, so Moder weiter. Mit dem Gutachten bleiben die EU-Institutionen erfreulicherweise ihrem evidenzbasierten und ganzheitlichen Ansatz treu. Der bpt unterstützt, dass ganz im Sinne des One-Health-Ansatzes nun in Europa viele antibakterielle Wirkstoffe für den Einsatz in der Humanmedizin reserviert werden, auch wenn etliche davon weltweit leider immer noch bei Tieren eingesetzt werden dürfen. „Jetzt hoffen wir, dass die Mitgliedsstaaten dem von der EU-Kommission jetzt noch zu erstellenden Durchführungsrechtsakt schnell und einvernehmlich zustimmen und damit endlich Planungssicherheit für Tierärztinnen und Tierärzte geschaffen wird”, bekräftigt der bpt-Präsident mit Blick auf die finale Abstimmungsrunde zwischen Kommission und Mitgliedsstaaten. Liste antimikrobielle Wirkstoffe (Auszug aus EMA-Gutachten)EMA-Gutachten
Mehr erfahren zu: "Können Hunde Krebserkrankungen des Urogenitaltrakts erschnüffeln?" Können Hunde Krebserkrankungen des Urogenitaltrakts erschnüffeln? Mit ihrem außergewöhnlichen Geruchssinn nehmen Hunde kleinste Geruchsnuancen wahr. Die Nase ist ihr wichtigstes Sinnesorgan, und vermutlich erleben Hunde ihre Umwelt deshalb ganz anders als wir Menschen. Das machen wir […]
Mehr erfahren zu: "Rinder können auch ohne embryonales Interferon-tau trächtig werden" Rinder können auch ohne embryonales Interferon-tau trächtig werden LMU-Forschende widerlegen ein jahrzehntealtes Modell: Genetisch veränderte Rinderembryonen führen auch ohne Interferon-tau zu einer erfolgreichen Trächtigkeit und entwickeln sich zu gesunden Kälbern.
Mehr erfahren zu: "Gene in Wurmparasiten aus- und anschalten – Forschende etablieren CRISPR/Cas-Technik" Gene in Wurmparasiten aus- und anschalten – Forschende etablieren CRISPR/Cas-Technik Forschenden der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist es mit einem Team aus den USA gelungen, die Genscheren-Technik bei Schistosomen zu etablieren. Dies eröffnet neue Perspektiven für die Erforschung der komplexen Parasitenbiologie.