Timmermann neuer stellvertretender Präsident der DGN

Prof. Lars Timmermann (Foto: DGN/Christian Staaden)

Seit dem 1. Januar 2022 ist Prof. Lars Timmermann, Marburg, neues Mitglied im Präsidium und stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Ein thematischer Aspekt, den er verstärkt in die Vorstandsarbeit einbringen möchte, ist die Intensivierung der Netzwerkarbeit.

Prof. Lars Timmermann, Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Marburg (UKGM), zählt zu den klinischen Experten für neurologische Bewegungsstörungen, insbesondere für Parkinson, Dystonie und Essentiellen Tremor. Seine Forschung befasst sich mit Klinik und Pathophysiologie von Bewegungsstörungen und Wirkung der Tiefen Hirnstimulation sowie Physiologischem Altern. Neben invasiven und nichtinvasiven Ableittechniken aus verschiedenen Hirnregionen stellen klinische Studien einen Schwerpunkt dar. Internationale Reputation erlangte er insbesondere durch grundlagenwissenschaftliche Arbeiten zur Pathophysiologie der Basalganglien bei Bewegungsstörungen und klinische Studien zur Tiefen Hirnstimulation bei Morbus Parkinson.

Gemeinsam mit vielen Mitstreitern begründete Timmermann im Frühjahr 2008 die „Jungen Neurologen“, die Nachwuchsorganisation der DGN, und war deren erster Sprecher. Für seine Vorstandstätigkeit hat sich der Parkinson-Experte den Schwerpunkt „Netzwerkarbeit“ gesetzt. „Bereits der Claim der DGN-Kampagne ‚Wir sind Neurologie.‘ beinhaltet den Netzwerkgedanken, den wir nun über die Sektoren- und Fächergrenzen ausweiten möchten. Die Öffnung der DGN für die Pflege und andere in der Neurologie tätigen Berufsgruppen war im letzten Jahr ein wichtiger Schritt, der nun konsequent vorangetrieben werden muss, auch der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen klinischer und ambulanter Neurologie sollte noch weiter intensiviert werden – und wir möchten als Fachgesellschaft dafür Strukturen schaffen bzw. ausbauen“, erklärt das neue Vorstandsmitglied. Er verweist auf das indikationsspezifische Netzwerk PANAMA (Parkinson Netzwerk Allianz Marburg), das als Blaupause dienen könnte.

„Wir konnten zeigen, dass eine bessere Vernetzung aller in der Therapie eingebundenen ‚Player‘ auch zu besseren Ergebnissen in der Versorgung von Patientinnen und Patienten führt. Deswegen lohnt es sich, an Netzwerkstrukturen zu arbeiten.“ Weitere wichtige Zukunftsthemen der Neurologie und der DGN seien, so Prof. Timmermann, die Digitalisierung und Verbesserung der Weiterbildung. „Hier hat unsere Fachgesellschaft gemeinsam mit unseren „Jungen Neurologen“ schon viel erreicht, aber wir müssen weiter am Ball bleiben.“

Neuer Geschäftsführer im Amt

Neuer Geschäftsführer der DGN ist David Friedrich-Schmidt. Nach eigener Aussage übernimmt er ein gut bestelltes Feld, die DGN sei ein Innovationsmotor und biete ihren Mitgliedern viele Services und objektive Fachinformationen frei von wirtschaftlichen Interessen. Die Mitgliederzahl der DGN hat sich in der vergangenen zehn Jahren verdoppelt (Mitgliederzahl Januar 2022: 10.900), woran der Betriebswirt durchaus einen großen Anteil hat: Friedrich-Schmidt verantwortet schon seit einigen Jahren sämtliche operativen Tätigkeiten der Fachgesellschaft.

Auch für die Zukunft hat sich Friedrich-Schmidt ambitionierte Ziele gesetzt: Die Digitalisierung der Fachgesellschaft auf allen Ebenen. „Natürlich stehen wir da nicht am Anfang, aber die Herausforderung ist letztlich, alle Angebote konsequent digital verfügbar zu machen. Daraus ergeben sich natürlich auch neue Produkte und neue Leistungen für unsere Mitglieder. Das professionell aufzusetzen und zu begleiten, ist eine umfangreiche Aufgabe“, erklärt der gebürtige Berliner. Als weitere „große“ Themen der Fachgesellschaft, für die er die Infrastruktur schaffen möchte, nennt er Geschlechtergerechtigkeit, Nachwuchsförderung oder auch die Angebote der DGN für Pflegende und Angehörige anderer in der Neurologie tätigen Gesundheitsberufe.