Tipps fürs Tier: Pfotenfit durchs ganze Jahr

Der Klassiker: Französische Bulldoggen haben, neben vielen anderen Gesundheitsproblemen, auch häufig Entzündungen im Zwischenzehenbereich. (Symbolbild) Foto: © tienuskin – stock.adobe.com

Hundepfoten sind von Natur aus robust. Doch Hitze, Schmutz, Streusalz oder zu lange Krallen können im Alltag zum Stresstest werden. Die Tipps der Vetmeduni fürs Tier zeigen, wie man die Pfoten seiner Vierbeiner richtig pflegt und in Bestform hält.

Anzeichen für „Pfotenprobleme“ können Lecken, Knabbern oder plötzliches Humpeln sein. Oder aber die Krallen berühren den Boden und drücken sich hoch. Auch das Ausrutschen auf glatten Böden kann ein Hinweis für Probleme an den Pfoten sein. Ebenso weisen ein verändertes Gangbild, Schonen und Lahmen sowie eine Schrägstellung der Pfoten auf Schwierigkeiten hin.

Spezielle Erkrankungen können sich an den Ballen, am Krallenbett und an den Krallen äußern. Bei Veränderungen ist ein Tierarztbesuch zu empfehlen.

Krallenpflege

Zu lange Krallen können in den Ballen einwachsen und Verletzungen verursachen. Außerdem erhöhen sie die Verletzungsgefahr durch Hängenbleiben und sie können Fehlstellungen verursachen/verstärken (Druckstellen, Schmerzen, orthopädische Probleme).

Krallenschneiden

Vor allem bei dunklen Krallen sieht man das Blutgefäß nicht. Lieber öfter ein wenig kürzen, damit nicht zu tief geschnitten wird. Passiert dies, kann die Stelle kräftig bluten oder schmerzhaft sein. Alternativ kann eine Feile verwendet werden.

Pfotenpflege

Vorbereitung: Eine entspannte Atmosphäre schaffen. Idealerweise ist der Hund seit dem Welpenalter an die regelmäßige Pfotenpflege gewöhnt. Für Akzeptanz im Rahmen eines Trainings zum Beispiel wöchentlich.

Reinigung: Pfoten feucht und zimmerwarm abwischen oder in klarem warmem Wasser baden. Dabei werden vorhandene Fremdkörper entfernt. Pfoten abtrocknen.

Check: Pfoten, Ballen und Zehenzwischenräume auf Verletzungen, Splitter, Grannen etc. kontrollieren. Auf Rötungen, Schwellungen, Empfindlichkeit, Blutungen oder Anzeichen von Hautreizungen achten. Vorsichtig auf Ballen, Zehen und auf den Krallenansatz drücken. Wenn der Hund zuckt, winselt oder wegzieht, die Stelle näher untersuchen.

Pflege: Pfoten mit einer geeigneten Pflegesalbe nach Bedarf (bis zu einmal täglich, bis sich Besserung einstellt; keine bestimmte Empfehlung) einmassieren. Um das Ablecken zu vermeiden, den Hund ablenken/beschäftigen, bis die Salbe eingezogen ist. Alternativ eine Baumwollsocke überziehen.

(Symbolbild) Foto: © GaiBru Photo – stock.adobe.com

Trockene, rissige oder raue Ballen sind Anzeichen dafür, dass die Haut Feuchtigkeit benötigt. Spezielle Produkte mit Inhaltsstoffen wie Propylenglykol spenden Feuchtigkeit.

Tipp: Die Pfotenpflege, besonders aber das Schneiden der Krallen, wird oft als unangenehm empfunden. Belohnung verbessert die Akzeptanz.

Sommertipps

Gefahren: Überhitzter Teer, grober Asphalt, Dornen, Glassplitter, Grannen und Grassamen können zu kleinen Verletzungen führen.

Vor allem im Zwischenzehenbereich auf Grannen achten (bei Hunden mit hellem Fell schwer zu sehen). Wird die Ballenhaut durch Feuchtigkeit (z.B. Planschen im Wasser) aufgeweicht, steigt die Verletzungsgefahr zusätzlich.

Verbrennungsgefahr: Stark erhitzter Asphalt kann binnen Minuten die empfindliche Ballenhaut verbrennen.

Lufttemperatur: 25°C → Temperatur des Asphalts: 52°C

Lufttemperatur: 30°C → Temperatur des Asphalts: 55 – 60°C

Als Faustregel gilt: Wenn die Oberfläche zu heiß für die Handfläche des Menschen ist, ist sie auch zu heiß für Hundepfoten!

Hunderunden bei Hitze in die Morgen- oder Abendstunden legen.

Achtung bei sportlichen Aktivitäten mit Hunden: Durch die Reibung beim Mitlaufen kann es zu verstärkter Abnutzung kommen, Ballenhaut wird zu stark abgenützt, Haut wird zu dünn.

Wurfspiele: Schnelle Stop-and-go-Bewegungen können Verletzungsgefahr verstärken.

Weitere „Hitzetipps“ zum Schutz der Vierbeiner sind hier zu finden.

Wintertipps

Gefahren: Nässe, Eis, Streusalz, scharfkantiger Splitt und Eiskrusten können zu Verletzungen führen.

Beim Toben im Schnee Pfoten immer wieder von großen Eisklumpen befreien.

Fell zwischen den Ballen regelmäßig kürzen (nicht zu kurz, sonst können Haare einwachsen), so sammeln sich weniger Schmutz, Streugut und Eisklümpchen in den Zehenzwischenräumen an.

Nach dem Spaziergang Pfoten in lauwarmem Wasser baden oder feucht abwischen. Danach gut abtrocknen, damit die Hunde nicht an ihnen lecken.

Ballen regelmäßig mit Pfotensalbe pflegen.

Je nach Gelände oder Witterung können Pfoten mit speziellen Hundeschuhen geschützt werden.

Erste Hilfe bei kleinen Verletzungen: Mit Wasser reinigen, desinfizieren, Schutzverband locker anlegen (unbedingt mit Watte polstern, damit keine Druck-/Scheuerstellen oder Abschnürungen entstehen).