Todesursachen bei Rauchern: Auswertung von Studiendaten zeigt Unterschiede auf1. Dezember 2023 © ysbrandcosijn – stock.adobe.com (Symbolbild) Um zu ermitteln, wie sich Todesursachen und klinische Merkmale von Todesfällen unter Tabakzigarettenkonsumenten entsprechend der Beeinträchtigung der Lungenfunktion unterscheiden, haben die Autoren einer neuen Publikation Daten der COPDGene-Studie (Genetic Epidemiology of Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ausgewertet. Noch aktive sowie ehemalige Konsumenten in dieser Studie teilte man in verschiedene Kategorien ein: normale Spirometrie, PRISm (Preserved Ratio Impaired Spirometry), Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) des Stadiums 1–2 laut Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) sowie COPD des GOLD-Stadiums 3–4. Todesfälle identifizierte man in einem Längsschnitt-Follow-up und mittels Social Security Death Index, während die Todesursachen durch Prüfen von Sterbeurkunden, Krankenakten und Befragungen von Angehörigen ermittelt wurden. Zusammenhänge zwischen klinischen Ausgangsvariablen und der Gesamtmortalität untersuchten die Forschenden mithilfe multivariabler Cox-Proportional-Hazards-Modelle. Die Arbeitsgruppe ermittelte über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 10,1 Jahren 2200 Todesfälle unter 10.132 Personen (Alter 59,5 ±9,0 Jahre; 46,6% Frauen). Todesfälle aufgrund kardiovaskulärer Erkrankungen stellten sich bei PRISm als am häufigsten heraus (31% der Todesfälle). Tode aufgrund von Lungenkrebs waren in der Kategorie GOLD 1–2 am häufigsten (18% der Todesfälle vs. 9–11% in anderen Gruppen). Bei GOLD 3–4 übertrafen atemwegsbedingte Sterbefälle die konkurrierenden Todesursachen, insbesondere wenn der BODE-Index bei ≥7 lag. Ein beim St. George’s Respiratory Questionnaire erzielter Score von ≥25 erwies sich als in allen Gruppen mit einer höheren Mortalität assoziiert (normale Spirometrie: HR 1,48 [1,20–1,84]; PRISm: HR 1,40 [1,05–1,87]; GOLD 1-2: HR 1,80 [1,49–2,17]; GOLD 3–4: HR 1,65 [1,26–2,17]). Wie die Wissenschaftler außerdem feststellten, waren respiratorische Exazerbationen in der Vorgeschichte der Betroffenen bei GOLD 1–2 und GOLD 3–4 mit einer höheren Mortalität, bei GOLD 1–2 zudem mit der quantitativen Emphysembewertung und bei PRISm und GOLD 3–4 mit der Dicke der Atemwegswand assoziiert. Fazit Die Forschenden resümieren, dass die häufigsten Todesursachen unter Konsumenten von Tabakzigaretten je nach Lungenfunktionsstörung variieren. Eine schlechtere respiratorische Lebensqualität stehe unabhängig von der Lungenfunktion mit der Gesamtmortalität in Zusammenhang. (ac) Autoren: Labaki WW et al. Korrespondenz: Wassim W. Labaki; [email protected] Studie: Causes of and Clinical Features Associated with Death in Tobacco Cigarette Users by Lung Function Impairment Quelle: Am J Respir Crit Care Med 2023;208(4):451–460. Web: https://doi.org/10.1164/rccm.202210-1887OC
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