Tofacitinib senkt Risiko für Tod und Atemversagen bei COVID-19-Pneumonie13. Oktober 2021 © Halfpoint – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Arbeitsgruppe aus Brasilien hat in einer neuen Studie die Wirkung des Janus-Kinase-Inhibitors Tofacitinib bei Personen untersucht, die wegen einer COVID-19-Pneumonie in stationäre Behandlung kamen. Dabei stellten die Forschenden in der Bewertung nach 28 Tagen fest, dass Tofacitinib zu einem geringeren Risiko für Tod oder Atemversagen führte als Placebo. Die Studienautorinnen und -autoren ordneten hospitalisierte Erwachsenen mit COVID-19-Pneumonie randomisiert im Verhältnis 1:1 entweder Tofacitinib in einer Dosis von 10 mg oder Placebo 2-mal täglich zu. Die jeweilige Gabe erfolgte für bis zu 14 Tage oder bis zur Entlassung der Patientinnen und Patienten aus dem Krankenhaus. Der primäre Endpunkt bestand in Tod oder respiratorischer Insuffizienz innerhalb von 28 Tagen, bewertet mit einer 8-stufigen Ordinalskala, wobei höhere Werte auf einen schlechteren Zustand der Betroffen hindeuteten. Die Gesamtmortalität und die Sicherheit wurden in der Studie ebenfalls bewertet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schlossen insgesamt 289 Personen an 15 Behandlungszentren in Brasilien in die Randomisierung ein. Insgesamt erhielten 89,3% der Teilnehmenden während ihres Krankenhausaufenthaltes Glucocorticoide. Die kumulative Inzidenz von Tod oder Atemversagen bis zum 28. Tag betrug 18,1% in der Tofacitinib-Gruppe und 29,0% in der Placebogruppe (Risikoverhältnis 0,63; 95%-KI 0,41–0,97; p=0,04). In der Tofacitinib-Gruppe verstarben aufgrund jeglicher Ursache 2,8% der Patientinnen und Patienten innerhalb von 28 Tagen, in der Placebogruppe waren es 5,5% (HR 0,49; 9 5%-KI 0,15–1,63), wie die Forschenden berichten. Die proportionale Wahrscheinlichkeit, mit Tofacitinib im Vergleich zu Placebo einen schlechteren Score auf der 8-stufigen Ordinalskala zu erzielen, betrug 0,60 (95%-KI 0,36–1,00) an Tag 14 und 0,54 (95%-KI 0,27–1,06) an Tag 28. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 20 Personen (14,1%) in der Tofacitinib-Gruppe und bei 17 (12,0%) in der Placebo-Gruppe auf. Fazit Die Arbeitsgruppe aus Brasilien hat in der Studie die Wirkung des Janus-Kinase-Inhibitors Tofacitinib bei Personen untersucht, die wegen einer COVID-19-Pneumonie in stationäre Behandlung kamen. Dabei stellten die Forschenden in der Bewertung nach 28 Tagen fest, dass Tofacitinib zu einem geringeren Risiko für Tod oder Atemversagen führte als Placebo. (ac) Autoren: Guimarães PO et al. Korrespondenz: Otavio Berwanger; [email protected] Studie: Tofacitinib in Patients Hospitalized with Covid-19 Pneumonia Quelle: N Engl J Med 2021;385(5):406–415. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2101643
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