Tonhöhe: Bonobos klingen eine Oktave höher31. Oktober 2018 Das Lautrepertoire der Bonobos ist eine ganze Oktave höher angesiedelt als bei Schimpansen. Foto: Cédric Girard-Buttoz, LuiKotale, D.R. Kongo Wie groß ein Tier oder eine Person ist, kann man hören, denn mit steigender Körpergröße nimmt die Tonhöhe ab. Obwohl Bonobos und Schimpansen ähnlich groß sind, klingen Bonobo-Rufe eine ganze Oktave höher als Schimpansen-Rufe. Forschende des Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig erklären diese Diskrepanz damit, dass die Stimmlippen von Bonobos nur halb so lang sind wie die von gleich alten Schimpansen. Ob auch andere Faktoren dazu beigetragen haben, ist Gegenstand weiterer Forschungen. Viele Tierarten haben Mechanismen entwickelt, ihre Stimme tiefer klingen zu lassen, als es ihrer Körpergröße entspricht. Der Vorteil: Tiefe Stimmen werden vom Empfänger mit physischer Überlegenheit und – bei Primaten und Menschen zusätzlich auch mit sozialer Kompetenz – assoziiert. Kommunizieren Erwachsene mit Kindern, dann geschieht das häufig in hoher Tonlage, und sie erscheinen damit kleiner als sie sind. Bonobos und Schimpansen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Körpergröße nur marginal voneinander. Dennoch sind die Tonlagen ihrer akustischen Signale grundverschieden. Forschende am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie haben die Distanzrufe der beiden Menschanffenarten miteinander verglichen und herausgefunden, dass die Rufe von Schimpansen durchaus ihrer Körpergröße entsprechen. Das Lautrepertoire der Bonobos ist hingegen eine ganze Oktave höher angesiedelt. Bei beiden Arten dienen die untersuchten Rufe der Kommunikation über große Distanzen hinweg, sie sind daher dem gleichen Selektionsdruck unterworfen. Eine Erklärung für die Diskrepanz in der Stimmhöhe fanden die Forschenden jedoch bei Untersuchungen der jeweiligen Stimmapparate: Die Stimmlippen von Bonobos sind nur halb so lang wie die von gleich alten Schimpansen. „Verhaltensstudien deuten darauf hin, dass erwachsene Bonobos Merkmale beibehalten, die für Kinder und Jugendliche typisch sind. Die unterschiedlichen Stimmlagen passen also durchaus ins Bild“, sagt Gottfried Hohmann vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. „Jetzt geht es darum herauszufinden, inwieweit sich bereits die Rufe der Affenkinder unterscheiden, wie die Entwicklung des Stimmapparates während der Pubertät verläuft und welcher Selektionsdruck dazu geführt haben könnte, akustische Signale zu erzeugen die den Sender kleiner tönen lassen, als er tatsächlich ist.“
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