Tonsillektomie auf Twitter7. August 2019 Foto: ©zakokor / Adobe Stock Eine aktuelle Studie hat Meldungen auf Twitter ausgewertet, um mehr über die Erwartungen und Befürchtungen der Eltern bezüglich einer Tonsillektomie zu erfahren. Die Untersuchungsergebnisse könnten für die Beratung der Eltern hilfreich sein, so die Autoren. Die Tonsillektomie ist ein bei Kindern häufig vorgenommener Eingriff, doch bislang weiß man wenig über die diesbezüglichen elterlichen Präferenzen. Eine Möglichkeit diese Vorstellungen näher zu beleuchten, ist nach Ansicht der Autoren der vorliegenden Studie, diesbezügliche Meldungen auf Twitter zu analysieren. Im Rahmen einer qualitativen Studie wurde Twitter nach Meldungen (Tweets) durchsucht, die US-amerikanische Eltern über die Tonsillektomie ihrer Kinder publizierten. Der Untersuchungszeitraum fand von Januar 2008 bis Dezember 2017 statt. Die Autoren der Studie entwickelten eine Klassifizierung der Tweets, die sich nach thematischer Synthese einzelner Oberbegriffe richteten und die Erfahrungen und Perspektiven der Eltern widerspiegelten. Von den insgesamt 5801 aufgefundenen Tweets zu dem Thema entsprachen 782 (13,5 %) den Inklusionskriterien der Untersuchung. Die Tweets wurden in 2 übergreifende Themen kategorissiert: Befürchtungen hinsichtlich des Eingriffes (549 Tweets [70,2 %]) sowie Meinungen und Erfahrungen (498 Tweets [63,7 %]). Viele Tweets erwähnten die chirurgische Indikation für die Tonsillektomie (55 Tweets [7,0 %]; bspw. „Streptokokken – jetzt ist es wohl an der Zeit, die Mandeln zu entfernen …“) sowie die Gesundungsphase (227 Tweets [29,0 %]); viele gaben die Einstellung der betroffenen Kinder wieder (89 Tweets [11,4 %]; bspw. „es ist so schwierig, das Kind zur Nahrungsaufnahme zu bewegen …“) oder zeigten die diesbezüglichen elterlichen Erfahrungen auf (87 Tweets [11,1 %]; bspw. „Die Erholung von einer Tonsillektomie ist für die Eltern genauso blöd wie für die Kinder!“). Viele Tweets beinhalteten Einstellungen oder Erfahrungen (225 Tweets [26,8 %]; bspw. „Tonsillektomie ist ein schwieriges Thema“) sowie Befürchtungen und Bedenken (209 Tweets [26,6 %]). Nach Ansicht der Autoren seien die Untersuchungsergebnisse dazu geeignet, Kliniker bei der Beratung und Information der Eltern zu leiten. (am)
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