Transitorische ischämische Attacke erhöht Risiko für langfristige kognitive Einbußen21. August 2025 © freshidea – stock.adobe.com (Symbolbild) Auch wenn die Symptome einer transitorischen ischämischen Attacke rasch verschwinden, bleibt das Ereignis nicht ohne Folgen. Eine große US-Kohortenstudie zeigt, dass Betroffene langfristig ein beschleunigtes Nachlassen kognitiver Fähigkeiten erleiden können. Auch wenn die Symptome einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) meist rasch wieder abklingen, kann sich das Ereignis langfristig negativ auf die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen auswirken. Das geht aus einer US-amerikanischen Studie hervor, die der Frage nachgegangen war, ob eine einzelne bestätigte TIA unabhängig von bereits bestehenden Risikofaktoren mit einer langfristigen Abnahme der kognitiven Funktionen verbunden ist. Dafür unterzogen die Forschenden Daten der bevölkerungsbasierten Kohortenstudie „Reasons for Geographic and Racial Differences in Stroke“, in der 30.239 schwarze und weiße Teilnehmer auf zerebrovaskuläre Ereignisse untersucht worden waren, einer 2. Analyse. Studienteilnehmer waren Personen mit erstmaliger TIA, erstmaligem Schlaganfall (SA) und asymptomatische Kontrollen aus der Bevölkerung, die sich einer Neurobildgebung unterzogen. Die Evaluation der kognitiven Fähigkeiten erfolgte 2-mal jährlich über Telefoninterviews, bei denen die verbale Flüssigkeit und die Gedächtnisleistung getestet wurden. Der Gruppe mit erstmaliger TIA gehörten 356 Personen (Durchschnittsalter 66,6 ±8,7 Jahre; 53% Frauen), der Gruppe mit erstmaligem SA 965 Personen (Durchschnittsalter 66,8 ±8,2 Jahre; 51 Prozent Männer) an. Die asymptomatische Kontrollgruppe umfasste 14.882 Personen (Durchschnittsalter 63,2 ±8,6 Jahre; 57% Frauen). Der kognitive Gesamtwert vor dem Indexereignis war in der SA-Gruppe (-0,25; 95%-KI -0,32 bis -0,17) niedriger als in der TIA-Gruppe (-0,05; 95%-KI -0,17 bis 0,07; p=0,005) und der Kontrollgruppe (0; 95%-KI -0,03 bis 0,03; p<0,001). Nach dem Indexereignis verschlechterte sich die kognitive Leistung der SA-Gruppe signifikant (-0,14; 95% KI -0,21 bis -0,07) gegenüber der TIA-Gruppe (0,01; 95%-KI -0,10 bis 0,12; p=0,02) und der Kontrollgruppe (-0,03; 95%-KI -0,05 bis -0,01; p=0,003). Allerdings war der jährliche Rückgang nach dem Indexereignis auch in der TIA-Gruppe (-0,05; 95%-KI -0,06 bis -0,03) signifikant größer (p=0,001) als in der Kontrollgruppe Gruppe (-0,02; 95%-KI -0,02 bis -0,02) und unterschied sich nicht von der SA-Gruppe (-0,04; 95% KI -0,05 bis -0,03; p=0,43). Fazit Die Ergebnisse dieser Kohortenstudie deuten darauf hin, dass trotz des raschen Rückgangs der Schlaganfallsymptome bei einer TIA offenbar ein ausreichender Schaden verbleibt, um mit einem langfristigen kognitiven Abbau assoziiert zu sein. Ob die dem beobachteten Rückgang der kognitiven Fähigkeiten nach einer TIA zugrunde liegenden Mechanismen durch direkte oder sekundäre Schädigungen und/oder Wechselwirkungen mit begleitenden neurodegenerativen Faktoren bedingt sind, muss den Autoren zufolge noch geklärt werden. (ej) Autoren: Del Bene VA et al. Korrespondenz: Ronald M Lazar; [email protected]. Studie: Cognitive Decline After First-Time Transient Ischemic Attack Quelle: JAMA Neurol 2025;82(4):323–332. Web: https://doi.org/10.1001/jamaneurol.2024.5082
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