Traumberuf Tierärztin oder Tierarzt?22. Januar 2024 Ldt. VD Dr. Holger Vogel, Dr. Evelin Stampa, Laura Darracott und Dr. Christine Bothmann (v.l.n.r.). Foto: © Bundestierärztekammer Ein(e) Beruf(ung) mit einigen Entbehrungen, aber trotzdem ein absoluter Traumberuf. Das ist das Fazit, das Expertinnen der Bundestierärztekammer (BTK) auf der Grünen Woche in Berlin gezogen haben. Gegenwart und Zukunft standen im Fokus. Anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin, fand am 19.01.2024 die Pressekonferenz „Traumberuf Tierärztin/Tierarzt?“ der BTK statt. Drei Expertinnen haben über die vielfältigen Einsatzbereiche in der Veterinärmedizin informiert und veranschaulicht, wie sich die Erwartung von der Wirklichkeit unterscheidet. BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel hat die Thematik mit einem Blick in die veterinärmedizinische Geschichte eingeleitet. Dr. Evelin Stampa, 2. Vizepräsidentin der BTK und Nutztierpraktikerin, referierte über die abwechslungsreiche Tätigkeit als VeterinärmedizinerIn und machte deutlich, dass TierärztInnen neben der klassischen Tierarztpraxis in noch ganz anderen Berufsfeldern unterwegs sind. Diese seien z. B. in Laboren tätig, um Krankheitserreger zu identifizieren, und in Pharmafirmen, um Medikamente für Tiere und Menschen zu entwickeln. Auch an vielen Stellen der Lebensmittelüberwachung treffe man TierärztInnen an – das beginne am Schlachthof und ende in Restaurants. TierärztInnen seien sowohl in der Verhaltensforschung, der Beurteilung des Tierwohls als auch im Tierschutz aktiv. TierärztInnen kümmern sich also nicht nur um die Gesundheit der Tiere, sondern auch um die des Menschen. Laura Darracott, praktizierende Tierärztin und Mitglied der BTK-Arbeitsgruppe „Zukunft“, veranschaulichte die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Um dem Fachkräftemangel in der Veterinärmedizin entgegenzuwirken, müsse man die Arbeitsbedingungen modern und attraktiv gestalten. Denn im Gegensatz zu früher, seien heutzutage meist beide PartnerInnen erwerbstätig und in die unbezahlte Care-Arbeit eingebunden – das mache flexible Teilzeit- und Arbeitszeitmodelle unverzichtbar. Ein weiterer wichtiger Faktor sei ein angemessener Verdienst für selbstständige und angestellte TierärztInnen – die Weichen hierfür seien mit der Anpassung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) 2022 gestellt worden. Dr. Christine Bothmann, 1. Vizepräsidentin des Bundesverbands der beamteten Tierärzte (BbT) und Mitglied im BTK-Präsidium, hat über die Wandlung des Berufsbilds mit der Zeit und der gesellschaftlichen Weiterentwicklung berichtet. Schon während des Studiums und bei den ersten Schritten ins Berufsleben, würden die Studierenden der Wirklichkeit entgegentreten. Das führe dazu, dass sich die eigenen Erwartungen und Wünsche an das Berufsbild anpassen, Dr. Bothmann nennt diese Wandlung das „Ankommen“. Außerdem stellte sie die wichtige Rolle der TierärztInnen als Begleiter (Compagnion) gegenüber Tier und Mensch dar.
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