Trockene AMD: Einschränkung der Lesefähigkeit bei geographischer Atrophie nun besser verstanden29. November 2018 Eine aktuelle Studie, welche den Zusammenhang von geographischer Atrophie und Leseeinschränkungen aufzeigt, soll künftig die Anpassung von Lesehilfen und die Entwicklung digitaler Unterstützungs-Programme ermöglichen. Foto: © stuw8845x – Fotolia.com Eine neue Studie von Wissenschaftlern aus Bonn und Oxford zeigt unter Einsatz neuester bildgebender Diagnostik, wie krankhafte Netzhautveränderungen mit Leseeinschränkungen zusammenhängen. So lassen sich Therapiestudien besser planen und das Anpassen von Lesehilfen für Betroffene vereinfachen. Um Therapieanzätze für Erkrankungen der Netzhaut zu entwickeln, ist die Kenntnis über deren natürlichen Verlauf essenziell. An der Universitäts-Augenklinik Bonn unter der Leitung von Prof. Frank G. Holz wird seit Jahren die trockene AMD intensiv erforscht. Jetzt konnte die Forschergruppe aus Bonner und Oxforder Wissenschaftlern Ergebnisse zur trockenen Spätform der AMD, der sogenannten „geographischen Atrophie“ vorstellen. „Wir haben mehrere hochauflösende laserbasierte Verfahren genutzt, um Krankheitsprozesse im Auge genau darzustellen“ erläutert Dr. Moritz Lindner, der an der Studie maßgeblich beteiligt war. Die beobachteten Strukturveränderungen konnten dann mit der Leseeinschränkung des einzelnen Patienten in Beziehung gesetzt werden. „Nun können wir auch für zukünftige Patienten voraussagen, welche Strukturveränderungen am ehesten die Lesefähigkeit einschränken“, führt Lindner weiter aus. Einerseits sind die Ergebnisse zur Planung von Therapiestudien von Bedeutung, die das Ziel haben, die Lesefähigkeit von Patienten mit geographischer Atrophie zu erhalten: Strukturveränderungen lassen sich meist deutlich besser messen als funktionelle Parameter wie Leseeinschränkungen, wodurch manche Studien überhaupt erst möglich werden. Andererseits sind diese Ergebnisse auch für Patienten außerhalb von Studien bedeutsam: Optiker können Lesehilfen für Patienten nun noch präziser anpassen. „In Zukunft möchten wir auf Basis unserer Daten Programme für Smartphones oder Tablets entwickeln, die Betroffene im Alltag unterstützen.“ sagt Studienleiterin Prof. Monika Fleckenstein. Die Ergebnisse der Forscher werden bereits jetzt für die Planung von Therapiestudien zur Behandlung der trockenen AMD genutzt. Die aktuellen Erkenntnisse konnte die Forschergruppe in der internationalen Fachzeitschrift “Ophthalmology Retina” veröffentlichen (https://doi.org/10.1016/j.oret.2018.11.005). Quelle: Universitäts-Augenklinik Bonn
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