Trockenes Auge: Vielversprechende neue Behandlungsoption29. Mai 2026 Symbolbild:©Марина Демешко-stock.adobe.com Forscher des Baylor College of Medicine, Houston, USA, und der Okayama-Universität in Japan haben eine vielversprechende neue Augentropfenformulierung zur Behandlung des Trockenen Auges entwickelt. Diese wurde an Mäusen getestet. Das Team berichtet in der Fachzeitschrift „Investigative Ophthalmology & Visual Science“, dass die Behandlung typische Symptome des Trockenen Auges wie Entzündungen, Schädigungen der Augenoberfläche und den Verlust von Becherzellen deutlich reduzierte. Die Ergebnisse sprechen dafür, die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Behandlung nun in klinischen Studien am Menschen zu untersuchen. Angesichts der hohen Prävalenz des Syndroms des Trockenen Auges könnte die Therapie perspektivisch für Millionen Betroffener von Nutzen sein. Bessere Behandlungsoptionen für das Trockene Auge erforderlich „Das Syndrom des Trockenen Auges ist eine häufige Erkrankung, die zu Reizungen, Rötungen und verschwommenem Sehen führt“, erklärte der korrespondierende Autor Dr. Stephen C. Pflugfelder. Er ist Professor und Inhaber des James- und Margaret-Elkins-Lehrstuhls für Augenheilkunde am Baylor College of Medicine. Zu den derzeitigen Therapien gehören Steroidmedikamente, die die Immunreaktion unterdrücken, die zu Entzündungen in den Augen führt. „Leider wird die langfristige Anwendung von Steroiden nicht empfohlen, da sie zu einem Glaukom […] oder zu Katarakten führen kann“, erklärte Pflugfelder. „Es besteht Bedarf an verbesserten Behandlungsmethoden.“ Frühere Studien: Residente Makrophagen fungieren als Schutzkräfte Frühere Studien haben gezeigt, dass das Immunsystem eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Auges spielt. Unter den Immunzellen fungieren residente Makrophagen als Schutzkräfte. Diese Zellen leben langfristig im Gewebe und tragen zur Aufrechterhaltung der normalen Funktion bei. Dabei beseitigen sie Ablagerungen, reduzieren Entzündungen und unterstützen die Gewebereparatur. Dieses Gleichgewicht ist beim Syndrom des Trockenen Auges gestört. Stress führt zur Rekrutierung anderer Immunzellen aus dem Blut, zirkulierender Monozyten, die Entzündungen fördern. Gleichzeitig verlieren die hilfreichen residenten Makrophagen an Wirksamkeit und produzieren weniger der schützenden Moleküle, die sie normalerweise bilden. Insgesamt tragen diese Veränderungen zu einer Schädigung der Hornhaut und zum Verlust spezialisierter Becherzellen bei. Rexinoid namens NEt-3IB verstärkt Schutzfunktion der residenten Makrophagen „Wir stellten die Hypothese auf, dass eine Stärkung der Funktion der schützenden Makrophagen Entzündungen reduzieren und die Augengesundheit verbessern könnte“, so Pflugfelder. „Wir begannen eine Zusammenarbeit mit Dr. Hiroki Kakuta, Forschungsprofessor an der Okayama-Universität. Er ist ein Experte für die Entwicklung von Alternativen zu Steroiden zur Behandlung immunvermittelter Erkrankungen. Wir waren daran interessiert, seine als Rexinoide bezeichneten Verbindungen in unserem Mausmodell für das menschliche Trockene Auge zu testen.“ Das Kakuta-Labor hatte ein Rexinoid namens NEt-3IB entwickelt, das die Schutzfunktion der residenten Makrophagen verstärkt. Allerdings war NEt-3IB in seiner ursprünglichen Form nicht gut wasserlöslich. Dies ist für Augentropfen jedoch erforderlich. Das Kakuta-Team modifizierte die Verbindung so, dass sie sich gut in Wasser auflöst. Dennoch behält sie gleichzeitig ihre Fähigkeit bei, die Schutzfunktion der Makrophagen zu stimulieren. „In der aktuellen Studie haben wir begeistert festgestellt, dass die Anwendung von NEt-3IB-Augentropfen die residenten Makrophagen in eine schützende Rolle versetzte. Dies geschieht, indem sie deren Produktion von Entzündungsstoffen unterdrückte und die Produktion von Heilungsstoffen anregte, die die Beseitigung von Ablagerungen und das Immungleichgewicht fördern“, sagte Pflugfelder. „Die Behandlung bewahrte zudem die Integrität der Hornhautbarriere sowie die Anzahl und Größe der Becherzellen während der Exposition gegenüber austrocknendem Stress.“ NEt-3IB verursacht geringeren Anstieg des Augeninnendrucks als Dexamethason Es ist bekannt, dass steroidhaltige Augenbehandlungen den Augeninnendruck erhöhen können. Das kann bei längerer Anwendung zu einem Glaukom führen. NEt-3IB verursachte in dieser Studie jedoch einen deutlich geringeren Anstieg des Augeninnendrucks als das Steroid Dexamethason. Das deutet den Autoren zufolge daraufhin, dass es für die Langzeitanwendung sicherer sein könnte. Dennoch seien weitere Untersuchungen erforderlich, um die Folgen einer längeren Anwendung von NEt-3IB zu bewerten. Aktuelle Behandlungen für das Trockene Auge konzentrieren sich oft auf die Verringerung von Entzündungen, stellen jedoch nicht unbedingt die natürlichen Schutzmechanismen des Auges wieder her. Diese Studie legt nahe, dass die Umleitung von Immunzellen zur gleichzeitigen Verringerung von Entzündungen und zur Stärkung der Schutzfunktionen eine verbesserte Behandlungsoption für das Trockene Auge bieten könnte. (sas/BIERMANN)
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