Trotz Corona-Krise: Versorgung von Krebspatienten sicherstellen25. März 2020 “Die Versorgung darf unter keinen Umständen vernachlässigt werden“, fordert Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. Foto: Schmitz Die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche Krebsgesellschaft haben sich zusammengetan und eine gemeinsame Task Force eingerichtet, um während der Covid-19-Pandemie Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen zu beraten und mit aktuellen Informationen zu versorgen. Über die Netzwerke von DKFZ, Deutscher Krebshilfe und Deutscher Krebsgesellschaft werde außerdem die Veränderung der aktuellen Versorgungssituation der Krebspatienten erfasst und ein Frühwarnsystem aufgebaut, um möglichst frühzeitig ein Signal über mögliche Einschnitte in der Onkologie an Entscheidungsträger geben zu können, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Krebspatienten sehr besorgt Das “Infonetz Krebs” der Deutschen Krebshilfe und der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums seien mit einer zunehmenden Anzahl von Anfragen äußerst beunruhigter Krebspatientinnen und -patienten konfrontiert, heißt es zur Begründung. Diese weisen darauf hin, dass aufgrund der Corona-Situation bei einzelnen Patientinnen und Patienten diagnostische Maßnahmen oder Therapien angepasst oder sogar verschoben werden. Die Verläufe und Therapieverfahren bei Krebs unterscheiden sich je nach Tumorart stark. Daher benötigt auch in der aktuellen Krisensituation jede Patientin und jeder Patient eine Behandlung, die auf die individuelle Situation zugeschnitten ist. „Es gibt bei Krebs manchmal Erkrankungssituationen, in denen kein schnelles Handeln erforderlich ist. In anderen Fällen ist eine dringende Behandlung geboten, um Heilungschancen nicht zu gefährden“ sagt Prof. Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums, und ergänzt: „In wieder anderen Fällen muss die Behandlung aufgrund einer besonderen Infektionsgefährdung von Patienten individuell angepasst werden. Pauschale Empfehlungen lassen sich daher nicht geben.“ Der Krebsinformationsdienst des DKFZ (0800–4203040, [email protected]) und das “Infonetz Krebs” der Deutschen Krebshilfe (0800–80708877, [email protected]) stellen bereits seit Beginn der Covid-19-Pandemie zusätzliche Informationen für Krebspatienten zur Verfügung. Darüber hinaus wurden die Kapazitäten zur Beratung und Diskussion vorgeschlagener Behandlungsoptionen weiter ausgebaut. Täglich 1400 neue Krebserkrankungen In Deutschland erkranken durchschnittlich etwa 1400 Menschen täglich neu an einer Krebserkrankung, die oft lebensbedrohlich ist. Mehrere hunderttausende Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen befinden sich in Diagnostik und Therapie. „Trotz der sich schnell ausbreitenden Covid-19-Pandemie, die das Gesundheitssystem vor besondere Herausforderungen stellt, darf die Versorgung unter keinen Umständen vernachlässigt werden“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. Um kontinuierlich zu analysieren, ob es während der Covid-19-Pandemie zur Unterversorgung von Krebspatienten und -patientinnen in Deutschland kommt, baut die gemeinsame Task Force von DKFZ, Deutscher Krebshilfe und Deutscher Krebsgesellschaft derzeit ein Frühwarnsystem unter Einbeziehung ihrer Netzwerke mit universitären Krebszentren, zertifizierten onkologischen Zentren, den Krebsinformationsdiensten und weiteren Partnern auf. Die aktuelle Versorgungslage in Deutschland wird regelmäßig bewertet, um kurzfristig den Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern zu suchen. „Wir gehen davon aus, dass die verantwortlichen Behandler vor Ort mit ihren Patienten gemeinsam das Interesse haben, auch unter den erschwerten Bedingungen zu einer bestmöglichen Lösung für ihre Patienten zu kommen, dazu gehört auch, Risikopatienten mit Krebs vor weiteren gesundheitlichen Problemen zu schützen“, betont Prof. Olaf Ortmann, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. (Deutsche Krebshilfe, DKFZ, Deutsche Krebsgesellschaft / ms)
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