Trotz Klimawandel: Keine höhere Rate an Allergiediagnosen bei Kindern mit Asthma in Los Angeles5. November 2021 Foto: © Pixel-Shot/stock.adobe.com Studien haben gezeigt, dass der Klimawandel mitverantwortlich für längere Vegetationsperioden und größere Pollenbelastungen ist. Das hat zu Spekulationen über eine Zunahme der Sensibilisierungen gegenüber Umweltallergenen geführt. Laut einer aktuellen Untersuchung mit Bezug zu Asthma trifft das aber nicht unbedingt zu. Für die neue Studie, die auf der diesjährigen wissenschaftlichen Jahrestagung des American College of Allergy, Asthma and Immunology (ACAAI) vorgestellt wurde, beobachteten die Autorinnen und Autoren 15 Jahre lang 5874 Kinder mit Asthma in Los Angeles (USA) – und fanden dabei keine Zunahme allergischer Sensibilisierungen. „Wir waren von den Ergebnissen etwas überrascht, da wir erwartet hatten, dass die Zahl der Kinder mit Asthma, die gegen Pollen und andere Allergene sensibilisiert sind, zunehmen würde“, berichtet Dr. Kenny Kwong, Hauptautor der Studie. „Zwischen 80 und 90 Prozent der Kinder mit Asthma reagieren auf Allergie-Trigger. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder mit Asthma auf Allergien getestet werden.“ An den mehr als 5000 Patientinnen und Patienten wurden insgesamt 123.209 Tests durchgeführt: Haut-Prick-Tests auf Hausstaubmilben, Katzen- und Hundehaare, Schaben sowie Baum, Gräser und Unkrautpollen. Darüber hinaus waren bei allen an der Studie Teilnehmenden anhand der Anamnese, einer körperlichen Untersuchung und altersgemäßer Spirometrie von einem Facharzt Asthma und eine allergische Rhinitis diagnostiziert worden. „Obwohl die Temperaturen gestiegen sind und die Pollenbelastung zugenommen hat, wird jemand, der keine genetische Veranlagung für Allergien hat, wahrscheinlich nicht für mehr Allergene sensibilisiert“, erklärt die Allergologin und Koautorin der Studie Dr. Lyne Scott „Die Vegetationsperiode dauert in Los Angeles das ganze Jahr, und bereits gegen Pollen sensibilisierte Allergiker leiden stärker, wenn die Vegetationsperiode länger ist oder die Luftqualität nicht gut ist. Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass eine Sensibilisierung nicht mit dem Schweregrad gleichzusetzen ist, sodass Allergiker möglicherweise stärkere Symptome haben.” Die Studienautorinnen und -autoren betonen auch, dass eine hohe Gesamtpollenzahl nicht immer auf eine starke Konzentration spezifischer Pollens hindeuten, auf die der jeweilige Allergiker reagiert. Mohyi P et al. No increase in inhalant allergen sensitization among Los Angeles asthmatic children over 15 years. ACAAI Annual Scientific Meeting 2021 Abstract.
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