„Turing-Test“ für Tiersysteme: Die Natur zeigt oft die effizienteste Lösung für Probleme auf22. April 2024 Die Robotikforscher Andreagiovanni Reina, Heiko Hamann und Liang Li (von li. nach re.) mit Roboterfischen. Bild: © Elisabeth Böker, CASCB Welche Vorteile bieten Roboter bei der Erforschung der Verhaltensregeln von Tiergruppen? Wie wird die Roboterforschung von der Natur inspiriert? Drei Robotik-Forscher des Exzellenzclusters Kollektives Verhalten (CASCB) an der Universität Konstanz geben Auskunft. „Um die Roboter der Zukunft zu entwickeln, wollen wir die Lösungen nutzen, die die Evolution bereits gefunden hat“: Der Konstanzer Robotiker Andreagiovanni Reina nutzt biologische Vorbilder als Inspirationsquelle, um Roboter besser zu machen.„Die Natur findet oft die effizienteste Lösung für Probleme, mit denen sie konfrontiert ist. Unsere zukünftigen autonomen Roboter könnten mit ähnlichen Problemen konfrontiert werden wie Tiere, z. B. mit dem Auffinden und Teilen von Ressourcen, dem Transport von Gegenständen, der Pflege des Nestes oder der Arbeitsteilung unter den Gruppenmitgliedern. Dafür ist die Natur natürlich eine wunderbare Inspirationsquelle, weil man hier sehr effiziente und intelligente Lösungen finden kann, die wenig Ressourcen verbrauchen und extrem gut funktionieren“, so Reina. Schwarmrobotik – selbstfahrende Roboter koordinieren ihre Bewegungen untereinander. Bild: © Elisabeth Böker, CASCB Gemeinsam mit seinen Forschungskollegen Liang Li und Heiko Hamann gibt Reina im Interview mit dem Online-Magazin campus.kn Einblicke in die Entwicklungsphilosophie der Robotik. In ihrer Forschung am Exzellenzcluster Kollektives Verhalten kommen Roboter zum Einsatz, um die Verhaltensregeln von Tiergruppen zu ergründen. Nicht selten interagieren die Tiere direkt mit den Robotern, die zum Teil des Tierschwarms werden.„Meine Forschungsphilosophie oder mein Traum wäre es, einen Roboterzwilling des biologischen Systems zu haben. Wenn man die Biologie besser versteht, kann man auch bessere Roboter bauen. Und bessere Roboter helfen uns, biologische Systeme besser zu verstehen“, schildert Liang Li.Im Zusammentreffen zwischen Tier und Roboter zeigt sich schließlich, ob das programmierte Verhalten der Roboter für den Tierschwarm natürlich wirkt – eine Art „Turing-Test für Tiersysteme“. Heiko Hamann: „Wirklich schön ist es, wenn man sieht, dass der künstliche Schwarm und der natürliche Schwarm zusammenpassen. Das deutet darauf hin, dass man wirklich etwas gefunden hat“ – nämlich einen weiteren Baustein im Verständnis der Verhaltensregeln eines Tierschwarms.Projektleiter Liang Li beschäftigt sich mit bioinspirierten Robotern, aber auch mit der Frage, wie Roboter die Biologie inspirieren. Als Professor für cyber-physische Systeme ist Heiko Hamann seit 2022 an der Universität Konstanz. Und Gruppenleiter Andreagiovanni Reina kam im Dezember 2023 an den Exzellenzcluster Kollektives Verhalten. Er bereichert das Gebiet mit seinem theoretischen und praktischen Wissen über kollektive Entscheidungsfindung und Schwarmrobotik. Weitere Informationen: http://Lesen Sie das vollständige Interview im kostenlosen Online-Magazin campus.kn: https://www.campus.uni-konstanz.de/wissenschaft/turing-test-fuer-tiersyste
Mehr erfahren zu: "Städte verändern das tierische Sozialverhalten" Städte verändern das tierische Sozialverhalten Städte wirken massiv auf das soziale Miteinander von Tieren. Eine Übersichtsarbeit von Wissenschaftlerinnen der Universität Bielefeld zeigt: Urbanisierung verändert das tierische Sozialverhalten von der Wahl der Partner bis zum Zusammenleben […]
Mehr erfahren zu: "Der letzte Stachelbilch Europas" Der letzte Stachelbilch Europas Ein Team des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und der Ludwig-Maximilians-Universität München findet einen 11,6 Millionen Jahre alten Nachweis des Nagetiers in der Fundstelle […]
Mehr erfahren zu: "Welche Lehren Experten aus der Vogelgrippe-Welle ziehen" Welche Lehren Experten aus der Vogelgrippe-Welle ziehen Mehr als 500.000 Tiere sind allein in Sachsen der Vogelgrippe zum Opfer gefallen. Warum Experten mit weiteren Ausbrüchen rechnen und warum auch flächendeckende Impfungen das Töten nicht verhindern.