Tympanoplastik: Vergleichbarkeit von Studienergebnissen24. Januar 2018 Foto: © CrazyCloud – Fotolia.com In einer aktuellen Untersuchung stellen Dresdner Otolaryngologen die Frage, inwieweit die Vorgaben der 1995 publizierten Leitlinien der „American Academy of Otolaryngology – Head and Neck Surgery” (AAO-HNS) bezüglich der Tympanoplastik effektiv umgesetzt werden. Die Autoren kontrollierten die Umsetzung und Dokumentation von Parametern, die sich auf das Hörergebnis nach dem Eingriff beziehen und evaluierten beeinflussende Faktoren (Chirurgie, Pathologie, Methodik) in der hierzu vorhandenen Literatur. Insgesamt überprüften die Autoren 169 Studien und legten dabei den Fokus auf die Frage, ob in den Studien zur Tympanoplastik die betreffenden Patientenpopulationen korrekt beschrieben wurden und ob die chirurgischen Methoden, das Studiendesign und die Dokumentation des Hörergebnisses dokumentiert wurden. Zusätzlich wurde die korrekte Anwendung der Vorgaben gemäß AAO-HNS überprüft. Die Autoren fanden heraus, dass die „Air-Bone Gap” (Differenz zwischen Knochenleitungs- und Luftleitungshörschwelle auf einer bestimmten Frequenz) als durchschnittliche bzw. als Standard-Abweichung bei der Hälfte aller Fallserien angegeben wurde (52 % gegenüber 56 %). Der Empfehlung des Frequenzspektrums (0,5-3,0 kHz) wurde in 46 % der Untersuchungen entsprochen; das Frequenzspektrum wurde in 85 % aller Studien dokumentiert. Ebenso häufig wurde die Präsenz von Suprastrukturen des Steigbügels angegeben (81 %), wohingegen der Zustand der Schleimhaut (17 %) und die Durchlüftung (8 %) nur in wenigen Fällen dokumentiert wurden. Fälle erneuter Tympanoplastik sowie das für Myringoplastiken verwendete Transplantatmaterial wurden in 46 % bzw. 57 % der Studien berücksichtigt. Typ und Material einer Prothese waren in 74 % bis 82 % der Untersuchungen repräsentiert. Keine der Publikationen erfüllte alle 10 Vorgaben der Leitlinie der „American Academy of Otolaryngology – Head and Neck Surgery”. Bei 10 % der Arbeiten wurden 7 bis 9 Kriterien erfüllt. Die Autoren kommen zu dem Fazit, dass eine heterogene Beschreibung der klinischen und pathologischen Befunde sowie eine Anwendung von Dokumentationsstandards als essenzielle Vorbedingungen zu gelten habe, um eine Vergleichbarkeit von Studien sowie deren Metaanalyse überhaupt zu ermöglichen. (am) Quelle: Lailach et al. Otolaryngol Head Neck Surg. 2017 Aug;157(2):281-288.
Mehr erfahren zu: "Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie" Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie Nach Beginn der COVID-19-Pandemie waren Verschiebungen im zeitlichen Verlauf saisonaler Anstiege von Atemwegsinfektionen sowie von herzbedingten Todesfällen zu beobachten. Die Gründe dafür haben Forschende vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön […]
Mehr erfahren zu: "Hausstaubmilben-Extrakte in Tiermodellen: Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit" Hausstaubmilben-Extrakte in Tiermodellen: Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit Hausstaubmilben (HDM) werden oft in Tiermodellen allergischer Atemwegserkrankungen eingesetzt. Da sich die HDM-Extrakte hinsichtlich Allergenkonzentration und Endotoxinverunreinigung unterscheiden, muss das Modell für jede Charge optimiert werden
Mehr erfahren zu: "CRISPR-Gentherapie für HAE: Positive Phase-III-Studienergebnisse" Weiterlesen nach Anmeldung CRISPR-Gentherapie für HAE: Positive Phase-III-Studienergebnisse In einer Phase-III-Studie erwies sich eine CRISPR-Gentherapie für Hereditäres Angioödem (HAE) als wirksam und sicher. Die Zahl der Anfälle verringerte sich deutlich im Vergleich zu Placebo und die Behandlung wurde […]