Typ-1-Diabetes: DDG fordert besseren Zugang zu Diabetes-Technologie für Kleinkinder11. Juli 2024 Foto: © JPC-PROD/stock.adobe.com Die DDG kritisiert, dass für Kleinkinder mit Typ-1-Diabetes moderne Diabetes-Technologien wie automatisierte Insulin-Dosierungssysteme (AID) nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, da für diese Altersgruppe nur wenige Systeme zugelassen oder praktikabel sind. Die Behandlung von Typ-1-Diabetes hat in den letzten zwei Jahrzehnten bedeutende Fortschritte gemacht, insbesondere durch die Einführung von Insulinpumpen und AID-Systemem, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der DDG. Mehr als 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen und etwa 40 Prozent der Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes würden Insulinpumpen nutzen. „Ein entscheidender Wendepunkt war 2016 die Verordnungsfähigkeit von kontinuierlichen Glukosemesssystemen (CGM-Systeme)“, erklärt Prof. Andreas Neu, Past-Präsident der DDG. „Diese Technologie hat zusammen mit den automatisierten Insulinabgabe-Systemen die Diabetestherapie grundlegend verändert“, fügt er hinzu. Jüngste Patienten mit größtem Bedarf unzureichend versorgt Besonders bei Kleinkindern mit Typ-1-Diabetes ist die Glukoseeinstellung häufig schwierig, betont die DDG: Sie benötigen meist nur eine geringe Insulinmenge und ihr Ess- und Aktivitätsverhalten ist schwer vorhersehbar. Ihre Eltern sind durch die erschwerten Verhältnisse besonders belastet. Deshalb könnten AID-Systeme speziell für diese Zielgruppe sowie ihre Angehörigen von großem Nutzen sein. „Der Zugang für diese Patientengruppe zu den modernen Systemen ist uns daher ein besonderes Anliegen“, so Neu. „Aber aktuell sind nicht alle Systeme für die Jüngsten zugelassen, obwohl sie am meisten von dieser Technologie profitieren könnten.“ Eine internationale Studie (s.u.) bestätigt eine hohe Effektivität der Nutzung von AID-Systemen bei Vorschulkindern. Wie in allen Bereichen der Medizinprodukte und Arzneimittelentwicklung werden die Systeme oft zunächst für Erwachsene oder ältere Kinder und Jugendliche überprüft, erklärt die DDG. Daher gäbe es derzeit nur begrenzte Optionen für Kinder unter 7 Jahren. „Es ist daher notwendig, die Zulassungsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen, damit die jüngsten Patientinnen und Patienten schnellstmöglich am Fortschritt teilhaben können“, fordert Neu. Forderun nach weniger Bürokratie, mehr Interoperabilität und Schulungen Um die neuen Technologien für Menschen mit Diabetes besonders effektiv nutzbar zu machen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen: Diabetes-Teams müssen kontinuierlich geschult werden, um mit den sich ständig weiterentwickelnden Systemen Schritt zu halten. Zudem benötigen Betroffene umfassende Schulungen und Sprachkenntnisse, um die komplexen Technologien zu verstehen und richtig anzuwenden. „Eine gründliche Schulung und regelmäßige Auffrischungen sind entscheidend für den Therapieerfolg“, betont Neu. „Schließlich sind auch Selektivverträge und unterschiedliche Softwarelösungen der AID-Systeme problematisch. Eine Vereinfachung der bürokratischen Hürden und eine höhere Interoperabilität der Systeme wären wünschenswert, um die Versorgungssituation weiter zu verbessern.“
Mehr erfahren zu: "DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten" DDG fordert Kostenübernahme von Adipositasmedikamenten für Risikopatienten Moderne Medikamente können bei Adipositas nicht nur das Körpergewicht reduzieren, sondern auch das Risiko schwerer Folgeerkrankungen senken. Dennoch müssen Betroffene die Behandlung bislang meist selbst bezahlen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft […]
Mehr erfahren zu: "Diabetes und Zyklus: Automatisierte Insulinabgabe gleicht nicht alles aus" Diabetes und Zyklus: Automatisierte Insulinabgabe gleicht nicht alles aus In der zweiten Hälfte des Zyklus benötigen viele Frauen mit Typ-1-Diabetes mehr Insulin, um ihre Blutzuckerwerte im Zielbereich zu halten. Eine Beobachtungsstudie zeigt jedoch trotz automatisierter Insulinabgabe deutliche individuelle Unterschiede. […]
Mehr erfahren zu: "Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel" Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel Acht Verbände setzen ein Zeichen gegen Machtmissbrauch im Krankenhaus: Ein gemeinsames Leitbild für Respekt, Sicherheit und Gleichbehandlung soll Ausgangspunkt eines nachhaltigen Kulturwandels sein.