Typ-1-Diabetes: Früh in Deutschland, spät in Ghana10. März 2020 Foto: © luzitanija, AdobeStock Der Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung: Dabei zerstört das fehlgeleitete Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen im eigenen Körper. Die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter bricht in Europa in der Regel im Alter zwischen fünf und 15 Jahren aus. In Subsahara-Afrika hingegen beobachtet man einen im Durchschnitt zehn Jahre späteren Krankheitsbeginn. Warum das so ist, soll jetzt ein Forschungsprojekt klären helfen. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung wird über einen Zeitraum von drei Jahren das Projekt „Typ 1 Diabetes in Ghana und Deutschland – Immunpathologie zum frühen respektive späten Einsetzen der Erkrankung und der Einfluss genetischer und umweltbedingter Faktoren” mit rund 347.000 Euro fördern. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versprechen sich unter anderem Erkenntnisse, die neue Ansätze für die Prävention oder Verzögerung des Ausbruchs der Erkrankung liefern. Denn je länger selbst ein gut eingestellter Diabetes vorliegt, desto wahrscheinlicher sind Folgeerkrankungen aller Art. Dr. Julia Seyfarth, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf leitet das Projekt: „Wir interessieren uns insbesondere für Unterschiede im Immunsystem der Patientinnen und Patienten. Aber auch genetische Einflüsse und die Bedeutung von Infektionen werden wir untersuchen.” 800 Patientinnen und Patienten, 300 in Deutschland und 500 in Ghana, sollen in die Studie einbezogen werden. Die Forschung in Kooperation mit Diabetes Spezialisten aus dem Komfo Anokye Teaching Hospital (KATH) in Kumasi und dem Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR), Ghana, soll in eine langfristige Zusammenarbeit münden. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit von Arbeitsgruppen der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie, des Instituts für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika und der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie des Universitätsklinikums Düsseldorf sowie des Deutschen Diabetes Zentrums in Düsseldorf durchgeführt.
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