Typ-1-Diabetes: Früherkennung bei jungen Erwachsenen bislang unzureichend?1. April 2026 Inselautoantikörper können sich auch bei jungen Erwachsenen noch neu entwickeln und nachgewiesen werden. Symbolbild: vipman4/stock.adobe.com Neue Ergebnisse zeigen, dass sich frühe Stadien von Typ-1-Diabetes – maßgeblich die Entstehung von Inselautoantikörpern – nicht nur auf das Kindesalter beschränken. Die Erkrankung kann sich auch im jungen Erwachsenenalter noch entwickeln. Bestehende Früherkennungsprogramme sollten deshalb neu ausgerichtet werden. Eine bevölkerungsweite Kohortenstudie liefert neue Erkenntnisse zur Prävalenz von Typ-1-Diabetes im Frühstadium bei jungen Erwachsenen und schließt damit eine Lücke in der bisherigen Forschung. Anhand von Proben aus den LISA- und GINIplus-Kohorten sowie den in der Fr1da-Studie etablierten Methoden zeigen Forschende das Potenzial der Früherkennung von Typ-1-Diabetes im jungen Erwachsenenalter. Die Ergebnisse wurden in „The Lancet Diabetes & Endocrinology“ veröffentlicht. Frühstadien über das Kindesalter hinaus verstehen Typ-1-Diabetes ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die lange Zeit vor allem mit dem Kindesalter in Verbindung gebracht wurde. Inzwischen gilt jedoch als gesichert, dass sie sich ebenso im Jugend- und Erwachsenenalter entwickeln kann. Vor diesem Hintergrund untersuchten Forschende von Helmholtz Munich die Prävalenz von Typ-1-Diabetes im Frühstadium bei jungen Erwachsenen – ein Bereich, der bislang wenig Beachtung fand. Die Studie entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Epidemiologie (EPI) und dem Institut für Diabetesforschung (IDF). Die Forschenden untersuchten Proben von 1.377 Teilnehmenden aus den Langzeitstudien LISA und GINIplus, die ihre Proband:innen von der Geburt an bis ins junge Erwachsenenalter begleiten. Die Teilnehmenden wurden dabei bis zu einem Alter von 25 Jahren regelmäßig untersucht. Die Blutproben wurden anhand der im Rahmen der Fr1da-Studie entwickelten Verfahren auf Inselautoantikörper untersucht. Autoantikörper entwickeln sich auch später noch Die Ergebnisse zeigen, dass etwa 1,2 Prozent der zuvor nicht diagnostizierten jungen Erwachsenen positiv auf Inselautoantikörper getestet wurden. Darunter erfüllten 0,2 Prozent der Teilnehmenden die Kriterien eines Typ-1-Diabetes Frühstadiums – Prävalenzen, die mit denen bei Kindern vergleichbar sind. Weitere 1,0 Prozent wiesen nur einen einzelnen Autoantikörper auf. Längsschnittanalysen zeigten, dass die Mehrheit der Autoantikörper-positiven Personen diese Marker bereits bis zum Alter von 15 Jahren entwickelt hatten, jedoch auch nach diesem Alter neue Fälle von Insel-Autoantikörpern auftraten. Dies weist darauf hin, dass frühe immunologische Anzeichen von Typ-1-Diabetes häufig erst im Jugend- und jungen Erwachsenenalter auftreten. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass frühe Stadien von Typ-1-Diabetes auch in der erwachsenen Bevölkerung vorkommen. Die Forschenden schließen daraus, dass eine Ausweitung bestehender, bislang vor allem auf Kinder ausgerichtete, Screeningprogramme auf junge Erwachsene sinnvoll sein kann – insbesondere, wenn junge Erwachsene im Jugendalter nicht getestet wurden. Mehr zum Thema Typ-1-Diabetes: Warum Menschen mit Typ-1-Diabetes auch an Zöliakie denken sollten EDENT1FI: Bereits 100.000 Teilnehmende auf frühe Stadien von Typ-1-Diabetes getestet
Mehr erfahren zu: "HIV: Fibrosen im Fettgewebe könnten höheres Risiko für Typ-2-Diabetes erklären" HIV: Fibrosen im Fettgewebe könnten höheres Risiko für Typ-2-Diabetes erklären Eine aktuelle US-Studie liefert neue Erklärungen dafür, warum Menschen mit HIV auch bei erfolgreicher antiretroviraler Therapie und supprimierter Viruslast ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes aufweisen. Grund könnten mehr Fibrosen im […]
Mehr erfahren zu: "Trump-Regierung kürzt Unterstützung für Transgender-Kinder" Trump-Regierung kürzt Unterstützung für Transgender-Kinder Die Regierung von US-Präsident Trump verfolgt eine rigide Geschlechterpolitik und hat Rechte von Transgender-Menschen schon mehrfach beschnitten. Nun gibt es neue Einschränkungen.
Mehr erfahren zu: "Taille-Hüft-Verhältnis präziser als BMI zur Einschätzung des kardiovaskulären Risikos" Taille-Hüft-Verhältnis präziser als BMI zur Einschätzung des kardiovaskulären Risikos Der Body-Mass-Index (BMI) allein ist kein ausreichender Indikator für das kardiovaskuläre Risiko. Laut einer aktuellen Studie kann die Vernachlässigung des Taillenumfangs oder des Taille-Hüft-Verhältnisses insbesondere bei Normalgewichtigen zu einer Fehleinschätzung […]