Typ-1-Diabetes: In-vivo-Hornhautmikroskopie erkennt Nervenschäden bei Kindern12. Oktober 2022 Kinder mit Typ-1-Diabetes können Nervenschäden entwickeln. (Foto: © Mediteraneo – stock.adobe.com) Bei Kindern mit Typ-1-Diabetes treten häufiger eine verringerte Dichte an Hornhautnerven sowie abnormale Nervenleitgeschwindigkeiten auf. Darauf deutet eine Studie in “Pediatrics Diabetes” hin. Bei Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes ermöglicht die konfokale In-vivo-Hornhautmikroskopie (CCM), frühe Schäden an kleinen Nervenfasern zu erkennen und das Fortschreiten und die Entwicklung einer klinischen Neuropathie vorherzusagen. Bei Kindern ist die Nützlichkeit des Verfahrens jedoch noch nicht ausreichend belegt, weshalb kanadische Wissenschaftler Ergebnisse der CCM mit neuropathischen Symptomen, Anzeichen und objektiven Messungen der Neuropathie zur Diagnose der diabetischen Neuropathie bei Kindern mit Typ-1-Diabetes verglichen. Dazu erfassten sie bei insgesamt 83 Kindern mit Typ-1-Diabetes und 83 gesunden Teilnehmern ähnlichen Alters Neuropathie-Symptome und -Zeichen sowie die Nervenleitfähigkeit und führten quantitative sensorische und autonome Funktionstests sowie eine In-vivo-CCM durch. Dabei zeigte sich, dass nur drei von 83 (4 %) Kindern mit Typ-1-Diabetes eine subklinische Neuropathie hatten. Allerdings waren die Faserdichte der Hornhautnerven (p=0,001), die Verzweigungsdichte (p=0,006), die Faserlänge (p=0,002) sowie die Amplitude und Leitungsgeschwindigkeit des tibialen motorischen Nervs sowie die Amplitude und Leitungsgeschwindigkeit des suralen sensorischen Nervs (alle p<0,004) bei den Teilnehmern mit Typ-1-Diabetes geringer als bei den Kontrollpersonen. Vibrations-, Kälte- und Wärmewahrnehmungsschwellen sowie die Herzfrequenzvariabilität bei tiefer Atmung unterschieden sich nicht (alle p>0,05) zwischen Kindern mit Typ-1-Diabetes und gesunden Kontrollpersonen. Die multivariate Regressionsanalyse ergab einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index und der verringerten Dichte der Hornhautnerven. Aus den Ergebnissen schlussfolgern die Wissenschaftler, dass die CCM einen schnellen, objektiven Nachweis einer subklinischen diabetischen Neuropathie bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes ermöglichen könne.
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