Typ-2-Diabetes: Täglicher 20-minütiger Spaziergang senkt Risiko um fast 20 Prozent30. Oktober 2023 © PerOlav – stock.adobe.com (Symbolbild) Britische Forschende untersuchten, ob ein Zusammenhang zwischen dem von Akzelerometern abgeleiteten Energieaufwand für körperliche Aktivität (PAEE) und dem Auftreten eines Typ-2-Diabetes (T2D) in einer Kohorte von Erwachsenen mittleren Alters und innerhalb verschiedener Subgruppen besteht. Die Akzelerometrie ist als objektives Messverfahren zur Erfassung körperlicher Aktivität etabliert. Akzelerometer zeichnen dabei die Intensität und Dauer ein- oder mehraxialer Beschleunigungen auf. Die Daten stammten von 90.096 Personen aus der UK Biobank ohne prävalenten Diabetes (Durchschnittsalter 62 Jahre; 57% Frauen), die 7 Tage lang ein Akzelerometer am Handgelenk trugen. Die PAEE wurde aus den am Handgelenk gemessenen Daten abgeleitet. Die Wissenschaftler ermittelten Korrelationen zwischen dem PAEE, der ihm zugrunde liegenden Intensität und dem Auftreten eines T2D. Zudem schlossen sie Daten über Krankenhausaufenthalte und Sterblichkeit in ihre Analysen ein. Abschließend erfolgte eine schrittweise Anpassung der Modelle an demografische und Lebensstilfaktoren sowie an den BMI. Es bestand eine fast lineare Assoziation zwischen PAEE und T2D (n=2018 Ereignisse) und es lag eine um 19% (95%-KI 17–21) geringere Wahrscheinlichkeit für einen T2D pro 5 kJ/kg-1/Tag-1 bei PAEE ohne BMI-Anpassung vor vs. 11% (95%-KI 9–13) bei BMI-Anpassung. Die Korrelation war bei Männern stärker als bei Frauen und schwächer bei Personen mit Adipositas und mit einer höheren genetischen Suszeptibilität für Adipositas. Es gab außerdem keine Hinweise auf eine Veränderung des Effektes durch eine genetische Anfälligkeit für T2D oder Insulinresistenz. Bei einem gegebenen PAEE-Niveau war die T2D-Wahrscheinlichkeit besonders bei den Probanden geringer, die sich moderat bis intensiv bewegten. Fazit Es besteht ein starker linearer Zusammenhang zwischen PAEE und dem Auftreten eines T2D. Durch einen PAEE-Unterschied, der einem zusätzlichen täglichen 20-minütigen zügigen Spaziergang entspricht, wird die Wahrscheinlichkeit für einen T2D um 19% gesenkt. Diese Assoziation war in allen Bevölkerungsuntergruppen weitgehend ähnlich und bestätigt somit den positiven Effekt von körperlicher Aktivität zur Diabetesprävention in der Gesamtbevölkerung. (je) Autoren: Strain T et al. Korrespondenz: Soren Brage; [email protected] Studie: Quantifying the Relationship Between Physical Activity Energy Expenditure and Incident T2D: A Prospective Cohort Study of Device-Measured Activity in 90,096 Adults Quelle: Diabetes Care 2023;46(6):1145–1155. Web: https://doi.org/10.2337/dc22-1467
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