UKL: Klaus Metzeler übernimmt Leitung der Hämatologie und Zelltherapie29. April 2026 Prof. Klaus Metzeler leitet ab dem 1. Mai 2026 die Klinik für Hämatologie, Zelltherapie, Hämostaseologie und Infektiologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Bildquelle: UKL/Stefan Straube Ab dem 1. Mai 2026 leitet Prof. Klaus Metzeler die Klinik für Hämatologie, Zelltherapie, Hämostaseologie und Infektiologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), nachdem er diese seit Januar 2025 bereits kommissarisch verantwortet hat. Er folgte damit auf Prof. Uwe Platzbecker, der am Universitätsklinikum Dresden die Aufgabe des Medizinischen Vorstands übernommen hatte. Parallel zur Übernahme der Klinikleitung erfolgt die Berufung Metzelers auf die Professur für Hämatologie. Metzeler ist bereits seit 2021 Professor für Translationale Hämatologie in Leipzig und Oberarzt am UKL. In diesen Funktionen war Metzeler in den vergangenen fünf Jahren bereits für die Behandlung von Patienten mit Leukämien und Lymphomen verantwortlich und leitete zudem das spezialisierte Diagnostiklabor der Klinik, die er zu einer der führenden hämatologischen Kliniken in Deutschland zählt. „Das war auch seinerzeit der Grund für meinen Wechsel aus München nach Leipzig“, berichtet der gebürtige Allgäuer. Dort war er zuletzt als Oberarzt am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität tätig. Zuvor forschte der 48-Jährige unter anderem mehrere Jahre am Comprehensive Cancer Center in Columbus/Ohio, USA. „Die Hämatologie ist ein sehr innovatives und forschungsstarkes Fach“, betont Metzeler, der auch in Leipzig seine intensive wissenschaftliche Arbeit erfolgreich weiterführen konnte. „Da ist es sehr gut, dass wir am UKL mit dem Josè-Carreras-Haus über exzellente Bedingungen sowohl für die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten als auch für die Labordiagnostik und die Forschungsarbeit verfügen – alles unter einem Dach, mit kurzen Wegen.“ Registerstudie soll klären, warum sich Leukämien entwickeln Sein wissenschaftlicher Fokus passe dabei sehr gut zu den Leipziger Schwerpunkten: Metzeler beschäftigt sich unter anderem mit Veränderungen der Blutzellen auf molekularer Ebene, die als sehr frühe Vorstufen von Blutkrebs gelten. „Ab einem Alter von 70 Jahren sehen wir solche Veränderungen durchaus häufig, bei bis zu 30 bis 40 Prozent der Untersuchten“, so Metzeler. „Aber nur in ganz wenigen Fällen entwickelt sich daraus auch tatsächlich eine Leukämie, die ja eine eher seltene Erkrankung ist.“ Warum dies in manchen Fällen eintritt und in anderen nicht, möchte Metzeler unter anderem auch mit Hilfe einer großen bundesweiten Registerstudie untersuchen. Diese wird von Leipzig aus geleitet und ist über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren angelegt. „Das ist ein ganz besonderes Projekt, auf das wir hier in Leipzig sehr stolz sind“, sagt der Experte für Leukämien, Myelodysplastische Neoplasien sowie Stammzelltransplantation. „Umso mehr freue ich mich, die Studie nun auch hier weiter begleiten zu können.“ Aber auch andere Themen, wie etwa die Langzeitfolgen einer Leukämie-Erkrankung und ihrer Behandlung, gehören zu seinen Forschungsinteressen. Zu seiner Bestellung habe auch die gute Zusammenarbeit im Klinikum sowie die große Unterstützung des Klinikteams beigetragen, so der neue Klinikleiter. „Ich habe hier viel Vertrauen bekommen, dafür bin ich sehr dankbar.“ Seine Aufgabe sieht er nun darin, den Erfolg der Klinik, in der jährlich mehr als 1300 Patienten stationär betreut werden und mehr als 20.000 ambulante Patientenkontakte stattfinden, weiterzuführen und auszubauen. Hämatologie − ein Fach mit enormer Dynamik „In unserem Fachbereich hat sich in den vergangenen Jahren extrem viel verändert“, beschreibt der Blutkrebsexperte. „Vor einigen Jahren hatten wir als Therapie bei Leukämien und Lymphomen nur Chemotherapien und die Stammzelltransplantation – heute verfügen wir über moderne Therapieverfahren wie zum Beispiel zielgerichtete Arzneimittel und die CAR-T-Zellen, die den Krebs mit Hilfe veränderter eigener Abwehrzellen der Patientinnen und Patienten bekämpfen.“ Ende 2025 wurde am UKL die 300. CAR-T-Zell-Therapie durchgeführt – in einem Zeitraum von fünf Jahren. Das UKL ist damit eines der größten Zentren für diese Therapie in Deutschland, Tendenz weiter steigend: Allein im vergangenen Jahr wurden knapp 100 CAR-T-Zelltherapien durchgeführt sowie etwa 130 weitere Zelltherapien. CAR-T-Therapien kommen inzwischen auch bei Autoimmunerkrankungen zum Einsatz, weitere Anwendungen sind in der Entwicklung. Eigene Produktion von CAR-T-Zellen in Planung „Als nächsten Schritt planen wir, in ausgewählten Fällen die CAR-T-Zellen hier in Leipzig am Uniklinikum selbst herzustellen, in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI“, kündigt Metzeler an. „Das ist ein echter Meilenstein für die erfolgreiche Therapie unserer Patientinnen und Patienten.“ Gebraucht würde es vor allem in Fällen, bei denen die Zeit drängt oder wenn eine erste Therapie gescheitert ist. Ein persönliches Anliegen ist ihm noch wichtig: Den Nachwuchs für die Arbeit in einem interdisziplinären Team wie dem in der Klinik für Hämatologie zu gewinnen und eine bestmögliche Aus- und Weiterbildung sicherzustellen. „Wir brauchen das Wissen und Können sehr vieler Berufsgruppen und die engagiertesten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um erfolgreich für unsere Patientinnen und Patienten tätig sein zu können. Ich möchte alles tun, um die nächste Generation für all diese Berufsgruppen zu begeistern“, so Metzeler.
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