Ulkus-Prävention: Risikoreduktion durch PPI

Magengeschwür
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Magenprotektive Wirkstoffe, insbesondere Protonenpumpenhemmer (PPI) senken in einer großen Bandbreite klinischer Situationen das Risiko für Magen­geschwüre sowie dadurch verursachter Komplikationen und fördern die Heilung von Ulzera. Das hat eine aktuelle Metaanalyse ergeben.

Allerdings, so räumen deren Autoren ein, könne es sein, dass dabei die Vorteile magenschützender Medikamente überschätzt wurden. Bislang, so erläutern die Wissenschaftler zum Hintergrund ihrer Analyse, habe es kaum verlässliche Zahlen zur Wirkung magenprotektiver Medikamente in unterschiedlichen klinischen Situationen gegeben. Sie führten daher in einer Metaanalyse aller relevanter randomisierten Studien (1950–2015) Berechnungen zu PPI, Prostaglandinanaloga und Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten (H2RA) unter verschiedenen klinischen Umständen durch. In den identifizierten Präventionsstudien senkten magenprotektive Medikamente die Entstehung endoskopisch sichtbarer Ulzera (Odds Ratio [OR] 0,27; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,25–0,29; p<0,0001), symptomatischer Ulzera (OR 0,25; 95%-KI 0,22–0,29; p<0,0001) sowie Blutungen des oberen Gastrointestinaltraktes (OR 0,40; 95%-KI 0,32–0,50; p<0,0001). Die Mortalität hingegen wurde nicht signifikant gesenkt (OR 0,85; 95%-KI 0,69–1,04; p=0,11).

Für PPI wurden anteilsmäßig größere Reduktionen in Bezug auf Blutungen des oberen Gastrointestinaltraktes festgestellt als für andere Magenschutz-Medikamente (PPI: 0,21; 99%-KI 0,12–0,36; Prostaglandinanaloga 0,63; 99%-KI 0,35–1,12; H2RA: 0,49, 99%-KI 0,30–0,80; phet=0,0005). Magenprotektive Medikamente verhinderten Blutungen wirksam unabhängig von der Verwendung nicht steroidaler anti-inflammatorischer Substanzen (phet=0,56). In kurativen Studien unterstützte ein Magenschutz die Heilung endoskopischer erkennbarer Ulzera (3,49; 95%-KI 3,28–3,72; p<0,0001), wobei PPI wirksamer waren (5,22; 99%-KI 4,00–6,80) als Prostaglandinanaloga (2,27; 1,91–2,70) und H2RA (3,80; 3,44–4,20; phet<0,0001).

In Studien, an denen Patienten mit akuten Blutungen teilgenommen hatten, reduzierte ein Magenschutz weitere Blutungen (OR 0,68; 95%-KI 0,60–0,78; p<0,0001), Bluttransfusionen (0,75; 0,65–0,88; p=0,0003), weitere endoskopische Interventionen (0,56; 0,45–0,70; p<0,0001) und Operationen (0,72; 0,61–0,84; p<0,0001). Auch hier wurde die Mortalität nicht signifikant gesenkt (OR 0,90; 0,72–1,11; p=0,31). PPI besaßen einen stärkeren protektiven Effekt als H2RA in Bezug auf weitere Blutungen (phet=0,0107) und Bluttransfusionen (phet=0,0130).

Fazit
Unter magenprotektiven Wirkstoffen besitzen PPI den stärksten Effekt. Eine signifikante Auswirkung auf die Mortalität konnte in der Metaanalyse nicht nachgewiesen werden.

Autoren: Scally B et al.
Korrespondenz: Prof. Colin Baigent, Clinical Trial Service Unit and Epidemiological Studies Unit (CTSU), Nuffield Department of Population Health, Oxford OX3 7LF, Großbritannien; [email protected]
Studie: Effects of gastroprotectant drugs for the prevention and treatment of peptic ulcer disease and its complications: a meta-analysis of randomised trials
Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2018;3(4):231–241.
Web: www.thelancet.com/journals/langas