Ulm wird neuer DZNE-Standort

Die schwäbische Universitätsstadt Ulm ist zum zehnten Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Krankheiten (DZNE) ernannt worden. Die dortigen Wissenschaftler werden sich insbesondere mit selteneren Nervenerkrankungen wie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) befassen.

Kooperationspartner des neuen DZNE-Standortes sind die Universität Ulm, das Universitätsklinikum Ulm sowie die Universitäts- und Rehabilitationskliniken (RKU). Die Partner arbeiten dort schon seit einigen Jahren in Form eines Virtuellen Instituts erfolgreich zusammen. Die neue Einrichtung soll Diagnose- und Therapie-Verfahren entwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse schnellst möglich in die klinische Praxis begleiten.

Anlässlich der Eröffnung des neuen DZNE-Standorts sagte Ministerin Theresia Bauer vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg: „Die Kooperationspartner in Ulm sind weltweit führend in der Erforschung und klinischen Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen wie ALS, Frontotemporaler Demenz oder Huntington. Durch die Zusammenarbeit mit dem DZNE entsteht eine einmalige Kombination von Ideen und Expertise, von der wegweisende Impulse für Forschung und Behandlung ausgehen werden. Ich freue mich, dass sich mit den Standorten Ulm und Tübingen nun bereits zwei baden-württembergische Einrichtungen dauerhaft an dieser enorm wichtigen Aufgabe beteiligen.“

Die Entscheidung für den neuen Standort hat sich auf Grundlage der seit Jahren etablierten Zusammenarbeit des DZNE mit Ulmer Fachleuten entwickelt. Denn bereits im Januar 2013 war hier ein Virtuelles Institut gegründet worden, das die Helmholtz Gemeinschaft fördert. Dieses war zuletzt in einer wissenschaftlichen Begutachtung exzellent bewertet worden. Denn Universität, Universitätsklinikum und die RKU haben ein einzigartiges Know-how über seltene Nervenerkrankungen wie ALS, Frontotemporalen Demenz (FTD) und Huntington. Die Expertise reicht von der Grundlagenforschung bis zur hochspezialisierten Versorgung von Patienten.

Mit seinem klinischen Studienzentrum sowie Patientenregistern für ALS und Huntington verfügt Ulm zudem über eine herausragende Infrastruktur für die medizinische Forschung. In den nächsten Jahren soll der Ulmer Mitarbeiterstab des DZNE auf bis zu 50 Personen anwachsen. Einbezogen werden auch Wissenschaftler, die schon jetzt in Ulm tätig sind. Sprecher des neuen Standorts wird der Ulmer Neurologe und Universitätsprofessor Albert Ludolph.

Die Beschäftigten des DZNE werden zunächst bestehende Räumlichkeiten der Universität Ulm nutzen. Langfristig soll ein eigenes Forschungsgebäude entstehen. Nach einer Übergangsphase werden das BMBF und das Land Baden-Württemberg den DZNE-Standort Ulm ab 2021 gemeinsam mit jährlich bis zu drei Millionen Euro fördern. Auch die Ulmer Partner (Universität, Universitätsklinikum und die Medizinische Fakultät) werden für den Aufbau einen substanziellen Millionenbetrag bereitstellen.

Ziel: innovative Diagnose- und Behandlungsmethoden.

Der Fokus des DZNE-Standorts Ulm wird auf translationaler Forschung liegen. Gute Voraussetzungen dafür ergeben sich durch die Einbindung von Ulm in das bundesweite klinische Netzwerk des DZNE, das standortübergreifende Studien betreibt. Da solche Untersuchungen nicht lokal begrenzt sind, ermöglichen sie einen umfangreichen Teilnehmerkreis und infolgedessen eine besonders hohe statistische Aussagekraft. Zur Entwicklung neuer Diagnose- und Therapiemethoden können sie daher wesentlich beitragen.

Konkret werden sich die Ulmer Fachleute des DZNE unter anderem damit befassen, Biomarker zu identifizieren, mit denen sich eine ALS-Erkrankung idealerweise frühzeitig erkennen und und ihr Verlauf abschätzen lässt. Überdies sollen Therapiekonzepte erforscht werden, die bei krankmachenden Gendefekten ansetzen.

 

Mehr anzeigen

Verwandte Artikel

Close