Umfrage: Gut die Hälfte der Ärzte spricht bei CED-Patienten reisebezogene Themen an

Foto: © anyaberkut/Fotolia

Von der zunehmenden Anwendung biologischer Therapien und Immunsuppressiva können Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) von besseren klinischen Outcomes profitieren. Dazu gehört auch, dass diese Patienten inzwischen häufiger Fernreisen unternehmen.

Ziel der aktuellen Studie war es daher zu ermitteln, wie viele Gastroenterologen tatsächlich bei diesem Patientenklientel entsprechende Beratungen durchführen. Das Ergebnis: Gut die Hälfte der befragten CED-Spezialisten würde Patienten vor einer Reise gezielt beraten, wobei 2/3 empfehlen würden, die aktuelle CED-Therapie auch bei Reisen in Regionen fortzuführen, in denen die Rate von Tuberkuloseerkrankungen hoch ist.
Insgesamt würden 52 % der befragten Ärzte mit ihren CED-Patienten über reisebezogene Themen sprechen (Reisediarrhoe, reisespezifische Impfstoffe, medizinische Versorgung, Krankenversicherung im Ausland, Tuberkulose), so das Ergebnis.

Sie empfahlen ihnen außerdem mit höherer Wahrscheinlichkeit, nicht in für Tuberkulose hoch endemische Gebiete zu reisen, wenn sie sowohl eine Anti-Tumornekrosefaktor(TNF)-Therapie als auch Azathioprin erhielten, im Gegensatz zu einer Behandlung mit Vedolizumab und Azathioprin [47 % vs. 17,6 %; p<0,01]. Zudem befürworteten mehr Ärzte eine Monotherapie mit Vedolizumab als eine Anti-TNF-Monotherapie [29,9 % vs. 23 %; p<0,01]. 2/3 der Befragten würden alle CED-Therapien fort- und kein Medikament absetzen.

Thorax-Röntgen- und Interferon-Gamma-Release-Assay waren die bevorzugten Verfahren zur Beurteilung einer aktiven bzw. latenten Tuberkuloseinfektion.

Die Studien­autoren stellten in ihrer Befragung auch fest, dass die Ärzte nur unzureichende Kenntnisse über Impfstoffe besaßen. Sicherer waren die Mediziner in Bezug auf Leitlinien zum Management venöser Thromboembolien und Reisediarrhoe (durchschnittliche Scores 14,9±5,3 bzw. 11,9± 3,9).