Umfrage: Klinikärzte sind regelmäßig erschöpft – Jeder fünfte plant Tätigkeitswechsel14. Februar 2022 Foto: © Monika Wisniewska – stock.adobe.com Die Corona-Pandemie hat zu einer deutlichen Arbeitszunahme bei Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Kliniken geführt. Das geht aus einer Adhoc-Umfrage des Marburger Bundes unter rund 3300 Mitgliedern der Ärztegewerkschaft hervor. Mehr als 20 Prozent der Befragten erwägen daher einen Wechsel der Tätigkeit. In der Befragung gaben 71 Prozent der Teilnehmenden an, dass ihre Arbeitsbelastung durch die Pandemie eher zugenommen hat, bei etwa einem Fünftel (22 %) ist sie in etwa gleichgeblieben. Rund 91 Prozent der Klinikärzte fühlen sich durch ihre Arbeit regelmäßig erschöpft (31 % „immer“ und 60 % „zunehmend“). Ein Fünftel der Ärztinnen und Ärzte (23,5 %) in kommunalen Krankenhäusern sieht seine berufliche Zukunft daher außerhalb des Krankenhauses, etwa 56,5 Prozent sind noch unentschieden und nur 20 Prozent planen „definitiv“ keinen konkreten Tätigkeitswechsel. Der Marburger Bund verhandelt derzeit mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über die Tarifbedingungen der mehr als 55.000 Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Krankenhäusern. Bei der letzten Verhandlungsrunde am 17. Dezember 2021 hatte der Marburger Bund das von der VKA vorgelegte Angebot als komplett inakzeptabel zurückgewiesen. „Wer den Ärztinnen und Ärzten nicht mehr anzubieten weiß als das Schleifen bereits vereinbarter Regelungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in Kombination mit einer 15-monatigen Nullrunde bei den Gehältern, handelt absolut verantwortungslos“, sagte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes, nach der dritten Verhandlungsrunde mit den kommunalen Arbeitgebern. Bei den Klinikärzten hat die Haltung der VKA große Empörung hervorgerufen, wie aus etwa 2600 Freitext-Kommentaren in der Mitglieder-Umfrage des Marburger Bundes ersichtlich wird. Das Angebot der kommunalen Arbeitgeber wird als „absolute Frechheit“ und „bodenlose Unverschämtheit“ angesichts der enorm gestiegenen Arbeitsbelastung bezeichnet. In einem Kommentar heißt es: „Das ist kein Angebot. Das ist ein Schlag ins Gesicht derer, die in den Kliniken die Versorgung aufrechterhalten – allen Widrigkeiten zum Trotz.“ Am 14. und 15. Februar kommen beide Seiten zu ihrer vierten Verhandlungsrunde zusammen, deren Ausgang darüber entscheiden wird, ob der Konflikt weiter eskaliert.
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