Umfrage unter Dermatologen: Verschreibungsverhalten bei Atopischer Dermatitis

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Über viele Jahre hinweg stand Dermatologen nur eine geringe Anzahl an Therapieoptionen zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Atopischen Dermatitis (AD) zur Verfügung.

Neuartige, vielversprechende Therapien – allen voran Biologika – haben seit einiger Zeit Einzug auf dem Markt gehalten, doch Phototherapien und systemische Therapien zeigen gegenwärtig noch besser erforschte Sicherheitsprofile, niedrigere Kosten und breitere Verfügbarkeit.

Die Autoren der vorliegenden Studie wollen mit ihrer Arbeit Einblicke in das Verschreibungsverhalten bezüglich konventioneller Phototherapien und systemischer, immunmodulatorischer Behandlungsoptionen für Erwachsene mit chronischer AD geben sowie die Faktoren ermitteln, die diese Praxis beeinflussen. Im Rahmen der explorativen Untersuchung wurden Mitglieder der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) und weiterer nationaler Hautarztverbände mittels Mailingliste eingeladen, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Die gesammelten Daten umfassten Merkmale der Teilnehmer sowie die Anwendung von Phototherapien und systemischen Therapien sowie die Faktoren, die die Anwendung dieser Behandlungsformen beeinflussen.
Von 361 angeschriebenen Dermatologen nahmen 238 (65,9 %) an der Befragung teil, wovon 229 die Inklusionskriterien erfüllten. Hinsichtlich Phototherapien (von 84,7 % verschrieben) bevorzugten 80,9 % die Schmalband-UVB-Therapie als Erstlinien-Therapie; an 2. Stelle folgte die Therapie mit Psoralen plus UVA (PUVA) durch 21,6 % der Befragten.
Systemische Therapien wurden von 95,2 % als Erstlinien-Therapie angewendet: 54,1 % bevorzugten Ciclosporin A, 32,6 % orale Kortikosteroide und 30,7 % Methotrexat.

Die Hautärzte verlassen sich in Bezug auf die Verschreibung von Phototherapien und systemischen Therapien zumeist auf ihre persönlichen Erfahrungen aus der klinischen Praxis. Azathioprin und Mycophenolsäure wurden lediglich von 135 (59,0 %) bzw. 85 (37,1 %) der Teilnehmer verschrieben, zumeist aufgrund von mangelnder Erfahrung mit diesen Substanzen.

Die Studie zeigt neben dem Verschreibungsverhalten auch, dass Off-Label-Therapien gerne als systemische Erstlinien-Therapien eingesetzt werden. Die variierenden Verschreibungspraktiken, die die Umfrage ermittelte, bezogen sich auf erwachsene (in Großbritannien) und auf pädiatrische Patienten (Nordamerika und Europa) mit mittelschwerer bis schwerer AD.
Obwohl die Anwendung des neuartigen monoklonalen Antikörpers Dupilumab eine vielversprechende Therapieoption darstellt, können die besser erforschte Sicherheitsprofile, die niedrigeren Kosten sowie die bessere Verfügbarkeit als Gründe gelten, die Evidenzprofile konventioneller systemischer Therapien zu stärken. Die Entwickler von Leit­linien könnten die Untersuchungsergebnisse in die Erstellung und Implementierung von neuen Behandlungsalgorithmen einfließen lassen. (am)

Studie: The European TREatment of ATopic eczema (TREAT) Registry Taskforce survey: prescribing practices in Europe for phototherapy and systemic therapy in adult patients with moderate-to-severe atopic eczema