Umfrage: Weibliche Herzinfarktsymptome wenig bekannt5. April 2022 Foto: ©Dzmitry – stock.adobe.com Es herrscht großer Aufklärungsbedarf, denn: Nicht einmal jeder zweite kann die typisch weiblichen Symptome eines Herzinfarkts richtig zuordnen – im Gegensatz zu den männlichen Symptomen, die nahezu ausnahmslos bekannt sind. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter mehr als 1000 Erwachsenen der Krankenkasse BKK VBU. Demnach konnten ganze 96 Prozent der Befragten die Symptome wie ein Engegefühl in der Brust, Schmerzen im Arm oder Atemnot richtig einordnen. Dagegen brachten nur 45 Prozent der Befragten die eher typisch weiblichen Symptome wie Übelkeit, Rückenschmerzen oder Erbrechen in Verbindung mit einem Herzinfarkt. Im Detail zeigt sich, dass die befragten Frauen mit 55 Prozent etwas besser Bescheid wissen, was die weiblichen Herzinfarkt-Vorboten angeht als die Männer mit nur 35 Prozent. Doch das bedeutet auch: „Wenn nur jede zweite Frau von den typischen weiblichen Symptomen eines Herzinfarktes gehört hat, muss man davon ausgehen, dass im schlechtesten Fall auch nur jede zweite Frau bei Aufkommen der Symptome ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen würde. Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, dass wir mehr Aufklärung leisten und darüber informieren, dass Männer und Frauen unterschiedlich erkranken. Deshalb brauchen wir eine breit aufgestellte medizinische Versorgung, die sich stärker an den Geschlechtsunterschieden orientiert“, appelliert Andrea Galle, Vorstand der BKK VBU. Patientinnen und Patienten für das Thema zu sensibilisieren, liege auch in der Verantwortung der Krankenkassen, so Galle. „Wichtig ist neben der Übertragung der Erkenntnisse in die alltägliche Versorgungspraxis auch die Förderung der Gesundheitskompetenz jedes Einzelnen, um die Expertise für die eigene Gesundheit wahrnehmen zu können.“ Am Beispiel Herzinfarkt zeige sich, dass auch jüngere Frauen der Gefahr ausgesetzt seien, insbesondere bei ungesundem Lebenswandel oder familiärer Vorbelastung. „Hier braucht es eine frühe Sensibilisierung für das Thema Herzgesundheit und wie sie präventiv gestärkt werden kann“, erläutert Galle.
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