UMG-Kardiologe erhält Rudi-Busse-Young-Investigator-Award4. Januar 2021 Ausgezeichnet mit dem Rudi-Busse-Young-Investigator-Award: Philipp Bengel. Foto: ©umg/hzg Für seine Forschung zum Einfluss des Natriumkanals NaV1.8 auf Herzrhythmusstörungen bei Herzschwäche erhielt der Göttinger Kardiologe Dr. Philipp Bengel den mit 1500 Euro dotierten Rudi-Busse-Young-Investigator-Award der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK). Die Auszeichnung wurde anlässlich der DGK-Jahrestagung Mitte Oktober vergeben. Teilnahmeberechtigt sind experimentell tätige junge WissenschaftlerInnen bis zum vollendeten 35. Lebensjahr. Während des Online-Kongresses stellten vier Vortragende ihre Projekte in der Grundlagenforschung vor. Bengel, Assistenzarzt der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), setzte sich mit seinem Vortrag über den Einfluss eines speziellen Natriumkanals auf die Entstehung von Herzrhythmusstörungen und den Verlauf der Herzschwäche durch. Die Hälfte aller PatientInnen mit einer Herzschwäche verstirbt an lebensbedrohlichen Arrhythmien. Kardiales Remodeling kann zu einer pathophysiologischen Störung der elektrischen Erregung des Herzens führen. Die Göttinger HerzforscherInnen um Bengel konnten in ihrem Projekt zeigen, dass der Natriumkanal NaV1.8 in Kardiomyozyten mit dem Enzym Ca2+/Calmodulin-abhängige Proteinkinase II (CaMKII) colokalisiert und interagiert. NaV1.8 wird überwiegend in Nervenzellen exprimiert und wurde erst kürzlich auch in geringerer Ausprägung im Herzen entdeckt. In Herzmuskelzellen führt die Interaktion mit CaMKII zu einer verspäteten Schließung dieses Natriumkanals, dadurch bedingt zu einer Erhöhung des Natrium-Einstroms und begünstigt so das Auftreten von Herzrhythmusstörungen, wie Bengel berichtet. In Untersuchungen an einem speziellen proarrhytmogenen Herzschwäche-Mausmodell (Überxpression von CaMKII in CaMKII+/T-Mäusen) führte der gezielte NaV1.8-Knockout (SCN10A-/-) zu weniger Arrhythmien und damit zu einem verbesserten Überleben bei Herzschwäche. „Mit dieser Erkenntnis könnte ein möglicher neuer Ansatz für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen bei Herzschwäche entwickelt werden, der nun in weiterführenden Experimenten genauer untersucht werden muss“, sagt Bengel. „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung von Herrn Dr. Bengel mit dem Young-Investigator-Award, der mit seinen Kolleginnen und Kollegen eine wichtige Forschungsarbeit geleistet hat. Die gewonnenen Ergebnisse sind eine hervorragende Grundlage für die Entwicklung neuer Therapieansätze für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen“, meint auch Prof. Gerd Hasenfuß, Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie und Vorsitzender des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen.
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