UMM: Dr. Rolf M. Schwiete Uveitis-Zentrum gegründet

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An der Universitäts-Augenklinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) wurde das Dr. Rolf M. Schwiete Uveitis-Zentrum eröffnet. Das Zentrum soll die Forschung zu Uveitiden gezielt vorantreiben.

Die Basis für das am 29. Juli an der UMM gegründete Uveitis-Zentrum bildet eine großzügige Förderung durch die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Damit sind sowohl ein breites Portfolio an Forschungsprojekten als auch die weitere kontinuierliche Sammlung qualitativ hochwertiger Daten zu dieser seltenen Augenerkrankung im Rahmen des Uveitis-Registers TOFU (Treatment Exit Options For non-infectious Uveitis) gesichert.

Oberstes Ziel: Leitlinien entwickeln

„Vor allem wird sich das Zentrum aber damit befassen, die richtigen Schlüsse aus den durchgeführten Projekten und gesammelten Daten zu ziehen und daraus Leitlinien zu entwickeln, um bestmögliche Behandlungsergebnisse mit möglichst wenig Nebenwirkungen bei der oft langfristig notwendigen Immunsuppression zu ermöglichen“, erklärt Prof. Robert P. Finger, Direktor der Augenklinik der UMM.

Uveitis ist eine Gruppe von seltenen, entzündlichen Erkrankungen im Inneren des Auges, die häufig zu Sehverlust und Erblindung führen. Der Name leitet sich von Uvea ab, der sogenannten Gefäßhaut. Dieseist wichtig für die Versorgung des Auges mit Blut und Nährstoffen ist. Bei einer Uveitis geht die Entzündung von verschiedenen Teilen der Gefäßhaut aus.

Eine Uveitis kann infektiöse Ursachen haben, ausgelöst durch Viren oder Bakterien. Die meisten Fälle werden jedoch durch nicht-infektiöse Auslöser wie Autoimmunerkrankungen verursacht. Das geschieht, wenn körpereigene Abwehrzellen fälschlicherweise gesundes Gewebe im Auge angreifen. So setzen sie Entzündungsprozesse in Gang, die zu Schwellungen und Schäden an der empfindlichen Gefäßhaut führen können.

Die nicht-infektiöse Uveitis verläuft häufig chronisch und trifft besonders Menschen im mittleren Erwachsenenalter. Schwere Verläufe der chronischen Uveitis benötigen immer eine langfristige Immunsuppression. Allerdings gibt es dafür nur wenige zugelassene Medikamente und keine evidenzbasierten Empfehlungen, wann eine Therapie reduziert oder ausgeschlichen werden kann.

Bessere Standardisierung der Uveitis-Therapie

Mit dem Ziel, die Behandlungsergebnisse von Patienten mit einer nicht-infektiösen Uveitis der hinteren Augenabschnitte zu verbessern und den Sehverlust durch Uveitis zu reduzieren, wurde in den vergangenen sechs Jahren erfolgreich aufgebaut. In diesem Register werden Krankheitsverläufe von Uveitis-Patienten langfristig erfasst. Außerdem wird insbesondere das Ausschleichen beziehungsweise Absetzen der immunmodulierenden Medikamente dokumentiert. Die erhobenen Daten dienen dazu, Empfehlungen für Therapieleitlinien zu erarbeiten. Damit soll eine bessere Standardisierung der Uveitis-Therapie erzielt werden. Bei der Erhebung der Daten wird auch die Lebensqualität der teilnehmenden Patienten berücksichtigt.

Im Schwiete Uveitis-Zentrum werden neben einer Reihe von Forschungsprojekten zu Bildbasierten Biomarkern, Vorhersage von Krankheitsverläufen und Therapieansprechen auch die Uveitis-Registerdaten erforscht und daraus Leitlinien entwickelt. Diese sollen zu einer höheren Standardisierung der Therapie und besseren Ergebnissen führen.

„Die Daten werden uns unter anderem Aufschluss darüber geben, wann wir gefahrlos eine medikamentöse Therapie beenden können. Wir gehen stark davon aus, dass damit unnötig lange, belastende Therapien vermieden werden, die heute noch häufig sind, da es keine verlässlichen Daten dazu gibt“, erklärt Finger. „Dazu trägt auch unsere Forschung zu neuen, Bildbasierten Biomarkern bei, mit denen wir die Entzündungsaktivität besser quantifizieren und Therapien steuern können“, ergänzt Dr. David Fink, M. Sc.