Unerwartet hohe Rate von Vorläuferzellen für Blutkrebs bei gesunden Neugeborenen29. Januar 2018 Foto: © Africa Studio – Fotolia.com Leukämie-Vorläuferzellen scheinen rund 500-mal häufiger aufzutreten als die Erkrankung selbst. Forscher schlussfolgern daraus, dass zusätzliche genetische Anlagen oder Umwelteinflüsse eine größere Rolle bei der Entstehung von Blutkrebs spielen müssen als bisher angenommen. Blutkrebs (Leukämie) ist typischerweise durch Veränderungen der Chromosomen gekennzeichnet. Die am häufigsten anzutreffende Veränderung führt zur Bildung eines neuartigen Proteins, das eine krebsfördernde Wirkung besitzt. Sie scheint ein erster Schritt auf dem Wege der Krebsentstehung zu sein. Man geht davon aus, dass solche Veränderungen in den Zellen bereits vor der Geburt des Kindes auftreten und über Jahre danach erhalten bleiben können. Es müssen aber weitere Veränderungen nach der Geburt hinzukommen, um klinisch eine Leukämie auszulösen. Die Häufigkeit, mit der solche vorgeburtlichen Genveränderungen bei gesunden Kindern auftreten, war lange Zeit umstritten. Nun zeigen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Düsseldorf und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, dass diese Mutation bei vergleichsweise vielen gesunden Kindern, nämlich fünf Prozent, bereits bei der Geburt nachzuweisen sind. Insgesamt geht man davon aus, dass diese Leukämie-Vorläuferzellen rund 500-mal häufiger auftreten, als Kinder später wirklich eine Leukämie entwickeln (≈1 in 10.000). Daraus schlossen die Forscher, dass zusätzliche genetische Anlagen oder Umwelteinflüsse eine größere Rolle bei der Krebsentstehung spielen müssen als bisher angenommen. Sie hatten in einer nun publizierten Studie eine Methode entwickelt und angewandt (genomic inverse PCR for evaluation of ligated breakpoints, kurz: GIPFEL), die es erlaubt, die Häufigkeit dieser Ereignisse an Blutproben von Neugeborenen zu bestimmen. Dr. Daniel Hein, Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und Klinische Immunologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, und das Team testeten in einer Bevölkerungs-basierten retrospektiven Studie 1000 gesunde neugeborene Kinder, deren Blutproben vom Rigshospitalet in Kopenhagen zur Verfügung gestellt wurden. Originalpublikation: Schäfer D et al.: Blood, 8. Januar 2018
Mehr erfahren zu: "Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden" Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden Fraktionen und Regierung stehen in Schleswig-Holstein geschlossen hinter dem Universitätsklinikum: Viel Geld fließt in Forschung, Versorgung und Modernisierung. Doch die Entscheidung bringt auch neue Schulden für das Land.
Mehr erfahren zu: "Bewährungsstrafe für Kinderpsychiater Winterhoff" Bewährungsstrafe für Kinderpsychiater Winterhoff Das Bonner Landgericht hat den Kinderpsychiater und Sachbuchautor Michael Winterhoff wegen Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Kammer befand den 71-Jährigen der vorsätzlichen Körperverletzung in […]
Mehr erfahren zu: "Mehr Jugendliche suchen Hilfe bei Transidentität" Mehr Jugendliche suchen Hilfe bei Transidentität Eine steigende Zahl Jugendlicher fühlt sich nicht mehr wohl im eigenen Körper. Ist das mehr als ein vorübergehendes Gefühl?