Ungünstiger Schwangerschafts­verlauf mit erhöhtem Langzeitrisiko für Vorhofflimmern assoziiert

Gesundheitliche Probleme in der Schwangerschaft sind einer Studie zufolge mit einem erhöhten Risiko der Mutter für ein späteres Vorhofflimmern assoziiert. (Symbolfoto: ©Rabizo Anatolii/stock.adobe.com)

Laut den aktuellen Erkenntnissen einer nationalen Kohortenstudie aus Schweden haben Frauen, die einen ungünstigen Schwangerschafts­verlauf aufweisen, ein erhöhtes Risiko, später in ihrem Leben ein Vorhofflimmern (VHF) zu entwickeln.

Neben einer Präeklampsie zählen demnach auch andere hypertensive Erkrankungen und Gestationsdiabetes, aber auch eine Frühgeburt und Babys, die sehr groß für ihr Gestationsalter sind, zu den Schwangerschaftsproblemen, die für ein späteres VHF prädisponieren.

Daten von mehr als zwei Millionen Schwangerschaften

In die nationale Kohortenstudie wurden alle Frauen inkludiert, die zwischen 1973 und 2015 in Schweden ein einzelnes Kind geboren hatten (n=2.201.047). Anhand landesweiter Geburtenregister identifizierten die für die Studie verantwortlichen Mediziner jene Frauen, die einen ungünstigen Schwangerschafts­verlauf erlebt hatten. Zusätzlich zu den fünf oben genannten Problemen zählten dazu auch Schwangerschaften mit Babys, die sehr klein für ihr Gestationsalter waren.

Der primäre Endpunkt war VHF, das anhand landesweiter stationärer und ambulanter Diagnosen bis 2018 identifiziert wurde. Die Studienautoren verwendeten Cox-Regressionen, um das Risiko für VHF in Verbindung mit bestimmten Schwangerschafts­problemen zu berechnen.
Insgesamt analysierten die Forscher von den mehr als zwei Millionen inkludierten Frauen 54 Millionen Personenjahre der Nachbeobachtung.

Erhöhtes VHF-Risiko bei ungünstigem Schwangerschafts­verlauf

Eine VHF-Diagnose erhielten 2,3 Prozent der inkludierten Frauen. Ihr medianes Alter lag zum Zeitpunkt der Diagnose bei 63 Jahren (IQR 56–69). Alle ungünstigen Schwangerschafts­verläufe waren mit einem langfristig erhöhten Risiko für VHF verbunden. Die einzige Ausnahme bildeten jene Frauen, bei denen die Kinder klein für das Gestationsalter waren.

Innerhalb von zehn Jahren nach der Entbindung waren die adjustierten Hazard Ratios (HR) für VHF nur bei Frauen mit anderen hypertensiven Erkrankungen (HR 1,69; 95 %-KI 1,32–2,15), Frühgeburten (HR 1,46; 95 %-KI 1,26–1,70) oder einem für das Gestationsalter zu großen Kind (HR 1,16; 95 %-KI 1,01–1,32) signifikant erhöht. Mehr als drei Jahrzehnte (30–46 Jahre) nach der Entbindung konnte zusätzlich bei Frauen mit Präeklampsie (HR 1,38; 95 %-KI 1,33–1,50) und Schwangerschafts­diabetes (HR 1,19; 95 %-KI 1,03–1,37) ein erhöhtes VHF-Risiko festgestellt werden. Bei Frauen mit anderen hypertensiven Erkrankungen (HR 1,44; 95 %-KI 1,24–1,66), einem für das Gestationsalter zu großen Kind (HR 1,17; 95 %-KI 1,14–1,21) oder einer Frühgeburt (HR 1,11; 95 %-KI 1,07–1,16) war das Langzeitrisiko weiterhin erhöht.

Diese Ergebnisse konnten weitgehend nicht durch gemeinsame familiäre Faktoren erklärt werden. Bei Frauen mit mehreren ungünstigen Schwangerschaftsverläufen war das Risiko zusätzlich erhöht.

Fazit für die klinische Praxis

Die Studienautoren folgern: „Frauen mit ungünstigen Schwangerschaftsverläufen benötigen frühzeitige Präventionsmaßnahmen und eine langfristige klinische Nachsorge, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Zusammenhang mit der Entwicklung von VHF rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.“

(ah/BIERMANN)