Uniklinikum Würzburg an CAR-T-Zell-Studie im NEJM beteiligt24. Juni 2019 Bild: © kalpis – Adobe/Stock Das Uniklinikum Würzburg war an einer internationalen Krebsimmuntherapie-Studie beteiligt, deren ermutigende Ergebnisse im Januar dieses Jahres im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurden. Der Wirkstoff Tisagenlecleucel gilt als Meilenstein in der modernen Onkologie. Er besteht aus zur menschlichen Immunabwehr gehörenden T-Zellen. Diese werden aus dem Blut des jeweiligen Krebspatienten gewonnen und gentechnisch so verändert, dass sie einen chimären Antigenrezeptor (CAR) herausbilden. Dieser Rezeptor richtet sich gegen CD19, ein Oberflächenantigen bestimmter Tumorzellen. Kommt nach der Infusion des Wirkstoffs eine den chimären Antigenrezeptor tragende T-Zelle mit einer CD19-tragenden Tumorzelle in Kontakt, wird die Immunabwehr-Zelle aktiviert. Sie vernichtet die Krebszelle und vermehrt sich. Dem Immunsystem des Patienten wird quasi beigebracht, den Krebs zu bekämpfen. Eine mehrjährige internationale Studie zeigte, dass Tisagenlecleucel bei Erwachsenen mit akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie oder aggressiven Lymphknoten-Tumoren in der Mehrzahl der Fälle dauerhaft zu einem vollständigen oder zumindest teilweisen Rückgang der Erkrankung führt. Der Würzburger Beitrag zur Studie Einen Teil dieses medizinischen Erfolgs und des mit der Veröffentlichung verbundenen Ansehens in der Fachwelt kann das Uniklinikum Würzburg (UKW), namentlich die Medizinische Klinik II, für sich beanspruchen. „Wir waren zusammen mit den Kollegen der Uniklinik Köln deutschlandweit die ersten, die im Rahmen der Studie diese CAR-T-Zellen klinisch eingesetzt haben“, berichtet Prof. Hermann Einsele. Der Direktor der Medizinischen Klinik II des UKW fährt fort: „Außerdem haben wir mit acht Patienten einen bedeutenden Teil der weltweit insgesamt 93 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer beigesteuert und therapiert.“ Eine Therapie, die es durchaus in sich hat. „Auch wenn die Behandlung hochwirksam ist und schon als Revolution bezeichnet wird, darf man nicht glauben, dass diese leicht durchzuführen ist“, betont Einsele. Vielmehr bedarf es nach seinen Worten – nicht zuletzt wegen des Managements der möglichen massiven Nebenwirkungen – einer intensiven Überwachung und Betreuung der Patienten. Am Uniklinikum Würzburg übernahm diese Aufgabe teilweise die als zentrale Einrichtung des Klinikums etablierte und der Medizinischen Klinik II organisatorisch zugeordnete Early Clinical Trial Unit. Die von Dr. Marie-Elisabeth Goebeler geleitete interdisziplinäre Einheit ist auf die ambulante und stationäre Behandlung von Studienpatienten spezialisiert. Von klinischer Seite wurde die Studie von Prof. Stephan Mielke geleitet, der auch Co-Autor der Publikation ist. Mielke wechselte mittlerweile an das schwedische Karolinska-Institut. Die CAR-T-Zell-Therapie bei Lymphomen wird am UKW von Prof. Max Topp fortgesetzt, der zusammen mit Prof. Stefan Knop den Schwerpunkt Hämatologie an der Medizinischen Klinik II leitet.
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