Universitätsklinikum Halle: Notfallübungen in der Geburtshilfe und Gynäkologie bereiten das Team auf den Ernstfall vor14. Juni 2024 Ein wichtiges Szenario, das in den Notfallübungen der Geburtshilfe trainiert wird, ist die Reanimation und Erstversorgung von Neugeborenen. Quelle: Universitätsmedizin Halle Hebammen und Ärzte der Geburtshilfe und der Gynäkologie trainieren am Universitätsmedizin Halle mehrmals im Jahr das Vorgehen sowie die interprofessionelle Zusammenarbeit in Notfallsituationen während der Geburt. Sechs bis acht Termine werden pro Jahr angeboten, damit das gesamte Team der Universitätskliniken und Polikliniken für Geburtshilfe und Pränatalmedizin sowie für Gynäkologie der Universitätsmedizin Halle diese Pflichtübung absolvieren kann. „Zu den wichtigsten Trainingssituationen zählen die vaginale Geburt aus Beckenendlage, das Vorgehen bei Geburtssillständen, die Erstversorgung von Neugeborenen sowie starke Blutungen nach der Entbindung“, erläutert Dr. Marcus Riemer, Leitender Oberarzt in der Geburtshilfe der Universitätsmedizin Halle. „Da diese Fälle gar nicht so selten auftreten – bei etwa jeder fünften Geburt tritt eine der genannten Komplikationen auf –, trainieren wir genau diese Fälle regelmäßig in unserer Notfallübung“, fügt er hinzu. Hebammen und Ärzte absolvieren während der Pflichtschulung zu Notfällen in der Geburtshilfe jeweils einen Theorieteil und mehrere praktische Übungen. An Simulationspuppen und Geburtsmodellen üben sie in Kleingruppen unter möglichst realistischen Bedingungen die richtigen Handgriffe sowie Gabe und korrekte Dosierung von Medikamenten. Außerdem trainieren die Teilnehmenden die Dokumentation sowie die richtige Kommunikation, denn auch die ist im Notfall entscheidend, weiß Riemer: „Damit alle wissen, was zu tun ist, müssen wir als Team zusammenarbeiten, uns gegenseitig vertrauen, aber auch über die nächsten Schritte informieren und uns so zusätzlich absichern.“ Studien belegen, dass Trainings dieser Art das Handeln in der realen Situation wesentlich zum Positiven beeinflussen. Und auch das Feedback zu den Übungen sei durchweg positiv, so Riemer: „Alle finden das Training sehr gut und wichtig. Es gibt dem Team mehr Sicherheit und Routine für Fälle, die zum Glück nicht alltäglich sind.“ „Viele Schwangere sind heute bereits sehr gut auf die Geburt vorbereitet und werden durch Gynäkologen und Hebammen engmaschig betreut. Daher können wir Risiken gut abschätzen und die allermeisten Geburten verlaufen komplikationslos. Trotzdem kann es auch bei unauffälligen Schwangerschaften während der Geburt zu Komplikationen kommen, die im Vorfeld nicht antizipiert werden können. Dank der regelmäßigen Schulungen ist unser Team darauf jedoch bestens vorbereitet“, sagt Prof. Stephanie Wallwiener, kommissarische Direktorin der Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin, und betont: „Wir tun alles, was wir können, um unsere Mütter und Babys gesund und sicher durch die Geburt zu begleiten.“
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