Universitätsmedizin Essen: Integriertes Myastheniezentrum für Kinder und Erwachsene13. Februar 2018 Bei der Myasthenie wird die neuromuskuläre Reizübertragung durch Autoantikörper gestört. Okuläres Leitbild ist die Ptosis. Bild: © joshya – Fotolia.com Die Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen ist jetzt von der Deutschen Myastheniegesellschaft (DMG e.V.) als integriertes Myastheniezentrum zertifiziert worden. Auch das Myastheniezentrum in der Neuropädiatrie der Kinderklinik ist bereits zertifiziert. Darauf macht die Universitätsmedizin Essen aufmerksam. “Somit ist die Universitätsmedizin Essen nun deutschlandweit der einzige Standort, an dem sowohl Erwachsene als auch Kinder wegen dieser schweren Muskelschwäche therapiert werden können”, betont die Uniklinik. Der fließende Übergang in der Behandlung von Patienten auf der Schwelle zum Erwachsenwerden – die sogenannte Transition – sei daher möglich. „Kinder- und Erwachsenenneurologen begleiten die Jugendlichen ein Jahr lang in gemeinsamen Sprechstunden“, hebt der Leiter des Zentrums, PD Tim Hagenacker, hervor, der im engen Kontakt mit Prof. Ulrike Schara, Leiterin des Myastheniezentrums der Kinderklinik, steht. So haben die Experten die Möglichkeit, die Behandlung genau aufeinander abzustimmen, sodass kein Leerlauf oder Unstimmigkeiten in der Behandlung, beispielsweise bei der Dosierung von Medikamenten, entstehen. Unheilbare Autoimmunerkrankung – Augenmuskulatur oft zuerst betroffen Bei Myasthenien handelt es sich um eine der häufigsten Muskelschwächen, die durch ein fehlgesteuertes Immunsystem entsteht und bei der die Signalübertragung auf den Muskel gestört ist. Die Betroffenen haben meist zunächst Probleme mit der Augenmuskulatur, hinzu können Atembeschwerden, Schluckbeschwerden, Müdigkeit und Schwierigkeiten mit der Arm- und Beinmuskulatur kommen. Geheilt werden kann diese Autoimmunkrankheit nicht. Das Ziel der Therapie besteht darin, dass die Betroffenen möglichst symptomfrei leben können. Die Mediziner des Esseners Zentrums sehen nach Angaben der Uniklinik jährlich rund 250 Patienten – meist mehrmals. Damit gehöret es deutschlandweit zu den größten spezialisierten Zentren. Eine Myasthenie kann sich vom Kindesalter über Jugend- bis ins hohe Lebensalter manifestieren, daher können sowohl Neuropädiater als auch Neurologen in die Behandlung der Erkrankung eingebunden sein. „Die Autoimmunerkrankung ist nicht heilbar. Erhalten die Patienten jedoch eine auf sie genau abgestimmte Behandlung, haben sie eine ganz normale Lebenserwartung – und was auch sehr wichtig ist, ihre Lebensqualität ist meist gut. Dafür sind ein komplexes Fachwissen und langjährige Erfahrung in der Behandlung nötig“, so Hagenacker. Hinzu komme, dass die Erkrankung auch nur sehr schwer zu diagnostizieren sei. Auch hier bedürfe es meist des Know-hows eines speziell darauf ausgerichteten Zentrums. Quelle: Universitätsklinikum Essen
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